Radiowissen

Radiowissen Podcast hören

Radiowissen ist eine Produktion des Bayerischen Rundfunks (BR), die im Rahmen des Programms Bayern 2 ausgestrahlt wird und als eines der renommiertesten Wissensformate im deutschsprachigen Raum gilt. Obwohl die Produktion in München ansässig ist, findet sie durch die digitale Verbreitung weitreichende Beachtung im gesamten DACH-Raum. Der Podcast deckt eine enorme thematische Breite ab, die von Geschichte und Archäologie über Philosophie und Religion bis hin zu Naturwissenschaften, Technik und Umweltfragen reicht.

Die Struktur der Sendung folgt dem klassischen Radio-Feature, das Sachinformationen mit erzählerischen Elementen verbindet. Jede Episode konzentriert sich auf ein klar definiertes Thema, das durch eine fundierte redaktionelle Vorbereitung und die Einbeziehung von Experteninterviews erschlossen wird. Ein besonderes Qualitätsmerkmal ist die akustische Aufbereitung: Die Beiträge nutzen oft Szenenbeschreibungen, Originaltöne und professionelle Sprecher für literarische oder historische Zitate, um komplexe Inhalte plastisch darzustellen.

Das Themenspektrum umfasst unter anderem Porträts bedeutender Persönlichkeiten der Weltgeschichte, Analysen politischer Systeme, Einblicke in die moderne Psychologie sowie Erläuterungen zu biologischen und physikalischen Phänomenen. Auch Kunst, Musik und Literatur werden in speziellen Folgen detailliert behandelt. Ziel des Formats ist es, Wissen nicht nur zu vermitteln, sondern in größere historische oder gesellschaftliche Zusammenhänge einzuordnen.

Durch die tägliche Veröffentlichung an Werktagen ist über die Jahre ein umfangreiches Audio-Archiv entstanden, das sowohl für Bildungszwecke als auch für das allgemeine Informationsbedürfnis zur Verfügung steht. Die Produktion richtet sich an ein Publikum, das eine sachliche, tiefgehende und gut strukturierte Auseinandersetzung mit Fakten gegenüber oberflächlichen Zusammenfassungen bevorzugt. Radiowissen ist heute über die ARD Audiothek sowie alle gängigen Podcast-Plattformen weltweit abrufbar und stellt eine zentrale Säule des öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrags dar.

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Zusammenfassung der Episode

Diese Episode von Radio Wissen untersucht die historischen Wurzeln des Vampirmythos und dessen Entwicklung vom Volksglauben zum kulturellen Phänomen. Anhand von Berichten aus dem frühen 18. Jahrhundert, wie den Fällen Peter Plogojovis und Arnold Paule im habsburgischen Herrschaftsbereich, wird beleuchtet, wie biologische Verwesungsprozesse und medizinische Phänomene die Legenden von blutsaugenden Untoten befeuerten. Der Podcast analysiert zudem das Zusammenspiel zwischen der Aufklärung, wissenschaftlichen Erklärungsversuchen durch Mediziner und der literarischen Schöpfung des modernen Vampirs durch Bram Stoker.

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Highlights

Ganz unscheinbar auf der vorletzten Seite enthält es aus unserer Sicht aber eine Sensation, denn es ist das erste schriftliche Zeugnis für das Wort Vampir.

00:03:34 · Thomas Bohn erklärt die historische Bedeutung eines Zeitungsartikels aus dem Jahr 1725.

Der Vampir ist ein Schattengewächs der Aufklärung.

00:05:42 · Eine Beobachtung darüber, wie die wissenschaftliche Rationalisierung das Interesse am Übernatürlichen paradoxerweise verstärkte.

Die meisten Erscheinungen oder eigentlich alle Erscheinungen, die als Vampirzeichen gewertet werden, sind Fäulniserscheinungen.

00:11:45 · Der Kriminalbiologe Marc Bennecke liefert eine naturwissenschaftliche Erklärung für die vermeintlich mysteriösen Leichenmerkmale.

Das gibt es auch nicht in den Penis. Da hat man so einen riesigen Hodensack. Oder eben in den Penis.

00:14:02 · Eine biologische Erklärung für die im 18. Jahrhundert als Zeichen von Lebensenergie gedeutete postmortale Erektion.

Und was 1725 begonnen hat, findet mit dem Dracula-Roman von Bram Stoker 1897 seine Vollendung.

00:21:56 · Der Abschluss des Podcasts beschreibt den Übergang vom historischen Mythos zur modernen literarischen Legende.

Folgen

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Wie die Vampire in die Welt kamen – Geschichte einer blutrünstigen Spezies

Diese Episode von Radio Wissen untersucht die historischen Wurzeln des Vampirmythos und dessen Entwicklung vom Volksglauben zum kulturellen Phänomen. Anhand von Berichten aus dem frühen 18. Jahrhundert, wie den Fällen Peter Plogojovis und Arnold Paule im habsburgischen Herrschaftsbereich, wird beleuchtet, wie biologische Verwesungsprozesse und medizinische Phänomene die Legenden von blutsaugenden Untoten befeuerten. Der Podcast analysiert zudem das Zusammenspiel zwischen der Aufklärung, wissenschaftlichen Erklärungsversuchen durch Mediziner und der literarischen Schöpfung des modernen Vampirs durch Bram Stoker.

30 Okt. 2026
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Kaiser Augustus – Der Mann, den niemand auf der Rechnung hatte

Dieser Podcast befasst sich mit dem Aufstieg von Gaius Octavius, der später als Kaiser Augustus bekannt wurde. Nach dem Mord an Julius Cäsar im Jahr 44 v. Chr. trat der damals erst 18-jährige Octavian sein Erbe an und navigierte durch eine Ära blutiger Bürgerkriege, die durch das Triumvirat und den Konflikt mit Marcus Antonius und Kleopatra geprägt waren. Augustus gelang es, die Macht innerhalb der bestehenden republikanischen Strukturen zu festigen, ohne die Verfassung formell abzuschaffen. Durch strategische Allianzen, militärische Erfolge unter der Führung seines Vertrauten Agrippa und administrative Reformen begründete er die Pax Augusta, eine Ära des inneren Friedens und der Stabilität, die das Römische Reich nachhaltig transformierte.

29 Okt. 2026
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Wie Kano Jigoro den Kampfsport Judo erfand

Diese Episode beleuchtet das Leben und Wirken von Jigoro Kano, dem Begründer des Judo. Der Podcast beschreibt den Übergang von den traditionellen japanischen Kampfkünsten des Jujitsu hin zu einem modernen, pädagogisch orientierten Sportsystem, das auf Prinzipien der körperlichen, geistigen und moralischen Erziehung basiert. Dabei wird die Entwicklung des Kodokan-Dojos in Tokio sowie Kanos Bestreben thematisiert, Judo als Instrument zur Völkerverständigung und zum Weltfrieden weltweit zu etablieren. Neben der sportlichen Bedeutung wird auch die komplexe politische Rolle Kanos beleuchtet. Als einflussreicher Intellektueller und IOC-Mitglied bewegte er sich in einem spannungsreichen Umfeld zwischen internationalem olympischem Geist und den politischen Realitäten seiner Zeit, einschließlich seiner Präsenz bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Die Erzählung verbindet sportgeschichtliche Fakten mit der Analyse eines Mannes, der Tradition und Moderne miteinander verknüpfte.

28 Okt. 2026
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Das Rätsel der Schamanin - Spirituelle Praktiken der Urzeit

Dieser Podcast befasst sich mit der archäologischen Entdeckung und wissenschaftlichen Neubewertung eines 9000 Jahre alten Grabes in Bad Dürrenberg, das einer Schamanin aus der Mittelsteinzeit zugeordnet wird. Die Untersuchung beleuchtet die besonderen Beigaben, physische Merkmale der Verstorbenen sowie die Rolle von Schamanen als praktische Alltagshelfer bei der Bewältigung von Krisen. Zudem werden die Lebensbedingungen in der Steinzeit, die Bedeutung klimatischer Veränderungen für spirituelle Praktiken und die damaligen Geschlechterrollen thematisiert. Dabei wird deutlich, dass Schamanismus primär dazu diente, durch den Kontakt zur Geisterwelt alltägliche Probleme und klimatische Herausforderungen zu lösen.

27 Okt. 2026
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Generalstreik das Leben lang - Der „König der Vagabunden“ Gregor Gog

Diese Episode beleuchtet das Leben und Wirken von Gregor Gock, bekannt als der „König der Vagabunden“, und den ersten internationalen Vagabundenkongress von 1929 in Stuttgart. Der Bericht beschreibt die Bewegung der Obdachlosen und Landstreicher in der Weimarer Republik, die durch die „Bruderschaft der Vagabunden“ und die Zeitschrift „Der Kunde“ eine Stimme erhielt. Die Erzählung verfolgt den Weg Gocks von seinen anarchistischen Wurzeln über seine Zeit als Matrose bis hin zu seinem politischen Wandel zum Kommunisten und seinem tragischen Ende im Exil in der Sowjetunion. Neben der historischen Einordnung der sozialen Lage während der Weltwirtschaftskrise bietet die Episode persönliche Erinnerungen von Zeitzeugen. Es wird thematisiert, wie die Nationalsozialisten die Bewegung zerschlugen und die Lebensweise der Vagabunden durch Razzien und Verhaftungen gewaltsam beendeten. Die Dokumentation zeigt das Spannungsfeld zwischen dem Ideal des freien, selbstbestimmten Lebens auf der Straße und den harten Realitäten von Armut, Repression und politischer Instrumentalisierung auf.

26 Okt. 2026