00:03
Herzlich willkommen zu unserer Summer Edition. Wir haben uns nämlich über den Sommer was ganz Besonderes für euch einfallen lassen. Wir haben uns gedacht, wir fragen einfach mal die Community, ob sie vielleicht irgendwas Spannendes zu erzählen haben. Und ihr glaubt nicht, wer sich da alles gemeldet hat. Liebe Ina, wir waren platt über die vielen Zuschriften unserer Hörerinnen und Hörer. Und ich muss wirklich sagen, wenn ich mir anschaue, wer sich jetzt bei uns beworben hat und welche Gespräche ich mit wie vielen spannenden Leuten geführt habe, dann frage ich mich wirklich, kann man sich glücklicher schätzen, als ich so tolle Zuhörerinnen zu haben?
00:37
Das ist Wahnsinn und das würde ja normalerweise behaupten ja alle immer. Wir hatten so viele Zuschriften, es haben sich so viele gemeldet. Aber bei uns stimmt es wirklich. Das stimmt wirklich. Es waren sehr, sehr viele und ganz viele interessante Leute, die irgendwie kennenzulernen. krasse Hobbys haben oder einen krassen Job machen. Und wir mussten uns leider auf vier dann festlegen, aber haben heute wieder was ganz Tolles mitgebracht.
00:58
Ja, eine Wiesenwirtin. Ich komme ja aus München und deswegen ist natürlich die Wiesen für mich was ganz, ganz Wunderbares und auch Wichtiges. Und wir haben tatsächlich eine echte Wiesnwirtin vom Hofbräufestzelt hier bei uns. Die ist unser Fan, die hört uns, die ist Teil der Community und hat gesagt, ich will der Barbara mal über meinen Job erzählen. Und das wird sie gleich machen. Aber vorher haben wir noch einen kleinen Hinweis in eigener Sache. Denn man kann mich ja nicht nur hören, sondern auch sehen demnächst. Ina, ihr habt mit allen technischen Finessen eine Kleinigkeit vorbereitet.
01:32
Paketentechnik?
01:34
Wir haben es jetzt in den letzten Folgen immer wieder gesagt. Am 26.08. gibt es einen Live-Podcast mit den Waffeln einer Frau, der live bei YouTube gestreamt wird. Mit dabei Simone Tomala und die Wolter-Zwillinge. Ab 18 Uhr geht es los. Also schon mal Glocke und so abonnieren.
01:51
Ja, ich würde jetzt schon mal abonnieren den Kanal. Ist ja der Barbaradio-Kanal. Es kann ja nicht schaden. Da läuft ja auch wahnsinnig viel Spannendes, was man sonst noch so anschauen kann.
01:58
Genau, da gibt es ja auch jede Menge andere Sachen, die man tatsächlich nochmal nachschauen kann. Und das Allerwichtigste, und das ist jetzt die riesengroße Überraschung, du hast vorhin gesagt, man kann uns nicht nur hören und sehen, man kann dich sogar anfassen, weil wir nämlich ganz wenige Wildcard-Plätze für diesen Abend haben, für Leute vor Ort.
02:17
Also ihr könnt mich anschauen, ihr könnt mich anhören und ihr könnt mich anfassen. Ach, wann habe ich das zuletzt gesagt? Ein wunderbarer Satz.
02:24
Aber es gibt noch eine Kleinigkeit an Zusatz. Genau. Also das Wichtige ist ja, wie macht ihr das? Wie kommt ihr da überhaupt ran? Das geht nur über barbaradio.de oder die Barbaradio App. Da kann man sich für diese Wildcard bewerben. Es werden nicht alle einen Platz bekommen, die sich bewerben, aber mit ein bisschen Glück. Seid ihr dann am 26.8. dabei.
02:42
Und jetzt freue ich mich auf unser tolles Gespräch mit der wunderbaren Silja Steinberg, ihres Zeichens Wiesenwirtin.
02:51
Mit den Waffeln einer Frau. Ein Podcast von Barbaradio. Community Edition.
02:58
Meine Lieben, heute ist ein ganz besonderer Tag, denn wir machen eine weitere Community-Folge unseres schönen Waffel-Podcasts. Wir haben einfach dazu aufgerufen, dass Menschen sich bei uns melden, die von sich sagen, ich glaube, ich mache einen relativ spannenden Job. Es haben sich so viele Leute bei mir gemeldet, dass ich das Gefühl habe, eigentlich haben alle einen spannenderen Job als ich. Und heute sprechen wir mit einer Frau, die sich auch bei uns gemeldet hat und sie hat gesagt, ich bin Wiesenwirtin. Und nachdem ja das Oktoberfest praktisch schon wieder vor der Tür steht, freuen wir uns wahnsinnig, dass sie uns heute aus ihrem wahren Leben erzählen wird.
03:33
Und ich werde versuchen, mich als Kellnerin ein bisschen zu bewerben. Mal schauen, ob es klappt. Herzlich willkommen. Hier ist Silja Steinberg, Chefin des Hofbräu. Servus. Servus.
03:42
Schön, dass ich dich sehe. Und du mit deinem Dirndl, das gefällt mir besonders gut.
03:46
Da schau her, ich habe mich extra, ich habe heute Morgen vor dem Schrank gestanden und ich muss dir ehrlich sagen, ich weiß nicht, wie es dir geht, für dich ist es ja wirklich eine Berufskleidung. Ich liebe es, ein Dirndl anzuziehen.
03:56
Ja, also bei mir ist es manchmal so, dass es mich dann schon ein bisschen anstrengt. Also nach den 16 Tagen freue ich mich ganz besonders wieder auf meine Jeans, muss ich sagen. Wenn du 16 Tage hintereinander das Dirndl anziehst und dann ist es teilweise heiß und weißt du, kennst du das, wenn dir dann so… Nee, das kenne ich nicht. Nein, gar nicht. Also so, ja, da klebt alles an dir. Aber es ist ja nicht nur warm auf der Wiesn. Also so ist es ja nicht.
04:18
Nee, und es schaut aber einfach an jeder Frau schön aus. Es ist so ein Dirndl, das können korpulente Frauen tragen, das können ganz dünne Frauen tragen. Und dann die Blusen, da ist ja viel Schlimmes erfunden worden in den letzten Jahren, muss man ja mal ehrlicherweise sagen. Muss ich auch sagen. Nicht jede Bluse ist schön. Das kann man jetzt mal sagen. Und ich habe verschiedene Blusen und die sind so toll, weil die das immer nochmal den Look so verändern, weißt du? Ja.
04:40
Puffige und dann so schmale. Genau. Und langjahrearme, wenn es kühler ist oder kürzere. Oder jetzt diese Flügelchen.
04:47
Und dann sind die so ganz weiß, weißt du, wenn die so strahlend weiß sind. Dann ist das schon was Tolles. Ich freue mich so, dass du dich bei uns gemeldet hast. Wir sind ja jetzt Anfang August. Jetzt ist die große Frage, wo steht ihr als Wiesenwirte? Ich meine, du hast eins der größten Zelte mit dem Hofbräufestzelt.
05:06
Wo steht ihr jetzt in der Vorbereitung? Also jetzt ist gerade noch voll der Aufbau im Gange. Die werden jetzt wahrscheinlich demnächst, weil es wird ja auch in der Küche und so weiter an den Schenken, musst du richtig betonieren. Und das kommt jetzt dann demnächst. Also das Dach ist drauf, das ist immer das Wichtigste. Aber wenn es regnet, sonst wird der Boden so feucht, weil es ist ja wirklich nur Kies. Also am ersten Tag ist es immer ganz lustig, weil da fahre ich natürlich immer raus, wenn sie gerade anfangen. Da kommen dann die ganzen Container angeliefert. Und das Erste, was sie machen, ist die Löcher graben.
05:37
Also die graben die Löcher, wo die Stützen dann reinkommen. Und das ist quasi das allererste, was geschieht. Und dann geht es so langsam vor sich hin. Und wir haben ja da schon alles gehabt. Von großen Unwettern über Hitzewellen. Und ich meine, das ist schon echt eine Herausforderung. Und ich sage immer am Anfang, was ich so krass finde, ist, wie die Logistik da funktioniert. Das interessiert mich natürlich am allermeisten.
06:00
Ich werde dich jetzt 50.000 dieser Fragen fragen, die du wahrscheinlich schon 50.000 Mal beantwortet hast. Das macht nichts.
06:07
Heute musst du nochmal durch. Du willst es ja selber so. Jetzt sag mir, warum wird das überhaupt immer wieder abgebaut? Weil was findet denn auf der Wiesn, außerdem ist Frühlingsfest, bist du auch involviert nehme ich an? Nein, bin ich nicht involviert. Das ist eine ganz andere Geschichte.
06:21
Also es ist Tollwut, Winter Tollwut, Sommer Tollwut, es sind Flohmärkte, es ist auch so ein, sage ich mal, mehr oder weniger Erholungsgebiet, weil da sind ja diese Straßen zwischendrin, die geteert sind und da fahren sie mit den Rollerskates und alles mögliche. Und ja, also der Aufbau dauert halt, also der beginnt ja am 29. hat er dieses Jahr begonnen, am 29.06., Und ich meine, das sind ja schon zweieinhalb Monate, bis das Ganze steht. Ich meine, das ist wie wenn du ein Haus baust. Und ich meine, ein Haus baut man eigentlich nicht in zweieinhalb Monaten, aber so ein Zelt kriegen sie dann doch.
06:55
Und jetzt ist ja das so ein Zelt, ich meine, du sagst ja, da wird dann jedes Jahr an der gleichen Stelle, ihr steht ja auch immer an der gleichen Stelle. Seit wie vielen Jahren steht euer Hofboihass an dieser Stelle?
07:03
Das Hofboihzelt steht an dieser Stelle, das weiß ich jetzt ehrlich gesagt gar nicht.
07:07
Aber wahrscheinlich viele Jahrzehnte, oder?
07:09
Jaja, seit 50, 60 Jahren auf jeden Fall. Krass.
07:12
Also das heißt, da kommt dann die Crew, hoffentlich immer die gleichen, die wissen schon, hier kommt das Loch, weil da kommt die Schenke. Die ganzen Abflüsse, es gibt es Sachen, die in den Boden gehen?
07:21
Die sind unten drunter. Bei uns gibt es noch eine kleine Herausforderung, weil unter unserem Zelt genau die U-Bahn vorbeifft. Also da ist nicht so viel Untergrund. Also ich meine, es ist ja sowieso kein Keller oder sowas da, aber es sind die Gasleitungen und die Abwasserleitungen und die ganzen Zuleitungen, das ist alles unten drunter und irgendwie markieren die das und dann fangen sie an einer Stelle an und dann wissen sie, wo der Rest ist. Das ist echt faszinierend.
07:45
Jetzt so ein Zelt. Also ich meine, jeder, der schon mal ein Zelt aufgebaut hat. Also okay, wir wollen nicht über den Aufbau sprechen. Das funktioniert ja bei euch ein bisschen professioneller, wie wenn ich mein Zelt aufbaue. Aber so ein Zelt wieder zusammen, klappt man das zusammen und lagert das irgendwo ein? Weil ich meine, wird das nummeriert, dass der sagt, na, das ist der Stecken, der muss vorne rechts und das ist die Nummer eins. Und dann haben wir noch einen Stecken Nummer zwei, der kommt in die Mitte. Wie funktioniert denn der Abbau? Wo kommt das Ding dann hin?
08:10
Also ganz genau kann ich dir das natürlich im Detail nicht sagen, weil da gibt es die Firma. Die machen die meisten Zelte, lagern die auch ein und es geht dann so von außen nach innen. Also quasi, wo sie halt anfangen, so wie sie es aufbauen, so bauen sie es wieder ab und es kommt alles in Containern. Also die haben dann Lager, das ist in der Nähe von Augsburg, da sind die ganzen Container gelagert und die sind irgendwie markiert und die wissen dann automatisch, also ich denke mal, dass sie so eine Art Inventurliste machen, was ist in welchem Container drin und Und die haben ja mehrere Zelte.
08:40
Das heißt, die fangen an, jetzt eben alle Container hinzufahren. Und dann fangen alle Zelte gleichzeitig an. Und da weiß die Aufbau-Crew genau, also ich muss jetzt Container 1, 2, 3 oder wie auch immer nehmen. Oder da steht dann drauf, Elektrik oder whatever. Es ist alles markiert. Krass.
08:59
Passieren auch so Sachen wie bei so einem normalen Hausbau, dass dann einer sagt... Ah, jetzt haben wir, apropos Elektrik, Moment, wir haben noch einen Container übrig, da haben wir was vergessen einzubauen. Nein, das ist noch nie passiert.
09:10
Passiert sowas mal? Nein, passiert gar nicht. Also das Einzige, was war, ist in dem Jahr nach Corona, wo wir das erste Mal wieder aufstellen durften, waren teilweise ein paar Sachen, die waren dann verschimmelt, weil irgendwo ein Loch im Container war und da Feuchtigkeit reingekommen ist. Und dann hatten wir auch so lustige Sachen, wie die haben draußen, und der Garten ist ja auch quasi mit Holzplanken gemacht. Und dann sage ich, warum geht denn da nichts weiter? Ich fahre dann ja jeden Tag raus und schaue. Und dann sagen sie, die Crew ist jetzt mal kurz zurück nach Ungarn und keine Ahnung, wo die jetzt sind. Dann müssen sie von einem anderen Zelt irgendwelche Mitarbeiter holen, dass sie da weitermachen.
09:44
Also sowas ist, aber das war jetzt ehrlicherweise wirklich nur in dem Jahr nach Corona, weil Die haben ja auch zwei Jahre die Leute nicht da gehabt zum Aufstellen und dann bis die dann alle wieder sortiert sind und so, das dauert natürlich.
09:56
Ich finde das wirklich fantastisch. Also jetzt pass auf, deine Eltern haben ja das schon, ihr seid ja eine Gastronomenfamilie und ich finde...
10:05
Das ist das Schönste, was man sagen kann. Ich wäre auch gerne Teil einer Gastronomie-Dynastie, weil ich bin so gerne Gastgeber. Jetzt frage ich dich, hast du ein Gastgeber-Gen oder hast du ein Organisations-Gen oder einfach ein sehr wirtschaftlich orientiertes Gen? Was ist das, was dich antreibt?
10:24
Also ich glaube, dass du Gastronomie nicht lernen kannst. Also das kannst du dir nicht aneignen. Also natürlich kannst du dir gewisse Dinge aneignen, aber das muss vom Herzen kommen. Du musst da rein geboren werden. Und bei mir war das ja so, also mein Opa war ja der Gründer von Wienerwald damals. Und dadurch bin ich natürlich von Anfang an mit dieser Gastronomie konfrontiert worden. Mein Vater ist erst später in die Gastronomie eingestiegen, weil meine Mutter war Faschingsprinzessin. Mein Vater war ein paar Jahre vorher Faschingsprinz. Und dann kommt meine Mutter auf die Bühne und dann hat er gesagt, die werde ich heiraten.
10:57
Und dann hat er nicht mehr locker gelassen, kam aber eigentlich eben aus einer anderen Branche. Mein Opa väterlicherseits war Fotofachverkäufer und der Papi hat da gearbeitet. Und dann hat er halt sich wirklich umorientiert und wollte natürlich auch meinem Opa beweisen, dass er nicht hier so einfach einheiratet, ohne dass er was kann und hat sich da... Das dann wirklich auch alles aneignen müssen, wobei er wirklich auch dieses Gastgebergen hatte. Also ich bin aufgewachsen mit, es gibt kein Wochenende, wenn wir mal wegfahren, ist es halt Montag, Dienstag und deswegen kenne ich das nicht anders.
11:30
Meine Eltern waren viel nicht zu Hause. Wir haben halt auch oft, also zum Beispiel, ich bin jetzt nicht richtig gut im Kochen, muss ich dazu sagen, weil wir haben halt immer da vom Geschäft aus, die Mami hat was mitgebracht. Also meine Mutter kann sehr gut kochen und hat auch immer gekocht, aber ich bin da irgendwie raus. Und ich bin mit zwölf, also das Zelt haben wir übernommen, da war ich sieben. Und mit zwölf bin ich dann, oder mit acht oder sowas, stand ich in dem Zelt und habe gesagt, irgendwann will ich Wiesenwirtin werden. Ja, ja. Und das war so mein Traum und ich habe es geschafft und das freut mich total.
12:04
Und ich bin aber auch von Anfang an, also wir sind auf der Wiesn gewesen, da waren wir eben relativ klein und dann sind wir nach der Schule rein und wir haben so ein kleines Stüberl, wo wir uns zurückziehen können und da haben wir Hausaufgaben gemacht. Und dann hat uns irgendjemand nach Hause gefahren am Abend, weil dann ist schon too much dann auf der Wiesn gewesen. Aber die Wiesn war ja auch vor 40 Jahren total anders. Also das kannst du überhaupt nicht vergleichen.
12:24
Also ich meine, ich bin jetzt 52 und ich war wirklich, glaube ich, dann mit 15, 16 so auf der Wiesn.
12:30
Da hat auch keiner ein Dirndl angehabt, lustigerweise.
12:33
Nee, überhaupt nicht. Ich auch nicht. Wir waren doch alle, wir sind ja wahrscheinlich ungefähr gleich alt, wir haben ja Jeans angehabt, weißes Hemd, weißes T-Shirt, rotes Dircherl, Cowboystiefel und so. Und wenn einer im Dirndl kam, dachte man sich schon so, boah, jetzt kommen die aus der Vorstadt und machen die. Wir machen hier einen auf Bayerisch und so. Heute, ich meine... Ist andersrum.
12:50
Du kommst dir vor wie verkleidet, wenn du kein Dantel hast. Um Gottes Willen.
12:53
Und jetzt mal, ich muss auch wirklich eins sagen. Ich bin jedes Jahr einmal am mittleren Wochenende da. Das ist diese jungen Leute. Es sind ja nur junge Leute. Ich gehöre dann da wirklich zu den Ältesten, was mich ein bisschen frustriert auch. Die sehen ja alles so geil aus. Und es ist ja eine solche... Ich meine, wer es da nicht schafft, jemanden abzuschleppen, der schafft es wirklich nirgendwo.
13:11
Ja. Das stimmt. Aber weißt du, was so schön ist? Das zieht sich so weiter bei uns. Also es gibt ja das Frühlingsfest, dann gibt es die Maifeste, wenn die Maibäume aufgestellt werden. Hier am Wiener Platz ist auch immer wieder so schön. Und es ist so toll, weil du eigentlich im ganzen Sommer über, ich sehe das ja auch bei uns im Biergarten. Die Leute kommen, vor allem die Jungen, die kommen mit Tracht. Und das finde ich so toll. Also da kommen dann immer gruppenweise und da machen sie Junggesellenabschiede und alles in Tracht. Und ich finde, Tracht kannst du immer anziehen. Egal wie, ob du auf einem Empfang bist oder ob du einfach nur in den Bierharten gehst.
13:43
Tracht passt einfach immer an.
13:44
Ich beneide euch sehr als Bayern, dass ihr eure Tracht habt und dass das auch immer so schön aussieht. In Berlin haben wir ja auch eine Tracht und zwar ist es eine sehr weite Jeans und schwarze Turnschuhe und so eine Gucci-Tasche hier so rüber. Das ist die Berliner Tracht. Die tragen hier die Berliner auch sehr.
14:01
Du Arme, wenn du Sehnsucht hast, komm einfach nach München.
14:05
Ich finde das toll. Ich habe auch einen Gastgeber gehen und ich finde aber sehr lustig, wenn man in so Gastrofamilien reinkommt, dann haben die immer, ich habe zum Beispiel, kenne ich so eine Hotelierstochter und die hat schon mit zwölf, wenn man da abends irgendwie oder mal vorbeiging oder so, da hat die mit zwölf schon rausgerufen, Habt ihr ein gutes Wetter mitgebracht? Ja, so habt ihr so einen schönen Schnee. Das wird ja super werden. Habt ihr ein super Wochenende rausgebracht? Und dann dachte ich mir, das ist geil.
14:30
Mit zwölf hat die schon so ein Gastrosprech drauf. Warst du auch so? Ja, ich war genauso. Und ich bin auch von Anfang an, also sobald es halt irgendwie legal war, habe ich schon irgendwie mitgearbeitet und habe dann immer gesagt, ich kassiere mit und ich mache hier und ich mache da. Wir hatten einen in Wienerwald, der war beim 60er Stadion. Den hatten wir damals. Der ist sehr berühmt, der ist oben an der Silberhornstraße.
14:51
Genau, da wo auch der älteste Mackie oder der erste Mackie Deutschlands ist. Und da haben wir draußen so einen Standl gehabt und immer zu den Spielen. Ich stand da und habe immer verkauft und habe die Bierflaschen da rausgegeben und das hat mir immer total viel Spaß gemacht. Und jeder sagt, das ist so anstrengend. Ich finde das überhaupt nicht anstrengend. Also mir hat das immer total Spaß gemacht. Ich habe auch immer von Anfang an mitgearbeitet, Teller mit raus und irgendwas hingebracht, Aschenbecher ausgeleert damals noch und so. Das fand ich einfach immer toll.
15:21
Wirtin, muss ich jetzt sagen. Aber ich bewerbe mich ja jetzt gerade so ein bisschen als Kellnerin, aber ich bin eigentlich auch der Cheftyp, muss ich sagen. Weil ich finde auch Ordnung machen, also es gibt für mich nichts Schöneres, als morgen danach raus ins Gartenhaus kommen und es stehen 60 Bierflaschen rum, die ich dann in die, ich liebe auch Flaschen, in Sachen rein, in die Trager reinsortieren. Es gibt ja die großen Flaschen, es gibt die kleinen. Das ist ja schon ein bisschen komplex. Und dann die Limo und die Cola und das Wasser und so. Das finde ich alles, das macht mir sehr viel Spaß. Und dann, und das ist jetzt die nächste Frage an dich, ist es ja so eine Grätsche zwischen, ich mache wirklich Menschen glücklich.
15:54
Ich finde, dass das manchmal in der Gastronomie, wenn ich das jetzt mal aus der Kundenperspektive sagen darf, in vielen gastronomischen Betrieben habe ich das Gefühl, der Kunde, der kommt, um was Gutes zu essen und sich nett bedienen zu lassen, der wird so ein bisschen vergessen. Also da geht es dann nur darum, noch ein bisschen weniger Soße auf dem Salat und noch eine Olive weniger und das noch und da nehmen wir jetzt keine Sahne mehr, sondern nur noch Wasser und so. Also du hast ein bisschen das Gefühl, du bist als Kunde eigentlich eher lästig und du musst jetzt versuchen, Leute glücklich zu machen und gleichzeitig auch den Mitarbeitern gerecht zu werden.
16:26
Wie siehst du das? Also ich sage jetzt mal, es ist nicht ganz einfach. Also wir haben jetzt zum Beispiel im Hofbaukeller 95 Mitarbeiter, dass da natürlich alle super, super toll sind. Das kannst du nicht erwarten. Das ist einfach nicht so. Aber ich glaube, dass das immer so ein Vorleben ist. Also ich komme auch immer rein und mache irgendwie einen lustigen Spruch oder versuche sie halt irgendwie zu motivieren. Wir haben auch so eine WhatsApp-Gruppe, wo dann ab und zu mal, jetzt gerade bei der Hitze, da habe ich dann so, dass man halt irgendwas schreibt. Ja. und eine Mitarbeiterin von mir, die macht das auch immer, dass du das vorlebst. Und ich finde einfach schön ist, du kriegst gleich ein Feedback.
17:01
Also ich stelle mir das immer so vor, wenn du so einen Beruf hast, wo du dann einmal im Jahr so ein Meeting hast, hast du deine Autos verkauft oder hast du dein Ziel erreicht oder so. Und in der Gastro kriegst du sofort deinen Applaus oder deinen Anschiss und kannst natürlich auch sofort reagieren, wenn du dann irgendwie einen Anschiss kriegst. also ich sage jetzt mal in Form von schlechter Bewertung oder irgendwie, dass der Gast sich beschwert, dann kannst du halt sofort reagieren. Und ich versuche dann natürlich schon auf diese Themen einzugehen, wenn wir da irgendwas bekommen, dass du dann gleich die Leute zusammenrufst und sagst, so Kinder, so halt nicht und so möchte ich das nicht.
17:32
Und also, dass wir weniger Soße auf dem Teller tun oder so, im Gegenteil, weil ich finde ja eben, die Gäste zahlen ja was dafür, die sollen dann natürlich auch dementsprechend auch was kriegen.
17:40
Ja, es gibt doch nichts Schöneres, als wenn die Menschen auch nach Hause gehen und sagen, soll ich dir mal was sagen? Das war richtig super. Ja, genau. Man hat jetzt oft in gastronomischen Betrieben, egal wo auf der Welt, aber auch so an Flughäfen, weißt du, oder so, hast du das Gefühl, du bist so Vieh, was so durchgeleitet wird irgendwie. Und dann kriegst du so einen Fingerhut voll Salat, suchst du da über deinen Salat und Ding und dann zahlst du noch und dann sollst du noch irgendwie so. Und dann denke ich mir manchmal, oh Mann, eigentlich ist man doch angetreten, um zu sagen, ich mache die Leute...
18:07
Glücklich. Glücklich, weißt du, darum geht es ja. Und das verliert man manchmal so.
18:10
Ich sage immer, das ist so für uns dieses Credo, jeder geht zufrieden raus. Wenn mal was nicht passt oder wenn einem was nicht schmeckt oder irgendwie so, dann kannst du ja auch sofort reagieren. Und das ist eigentlich die Anweisung, die auch alle haben, dass sie halt einfach dann auf den Gast eingehen und dann gibst du ihm halt einen Schnaps aus oder stornierst ihm das Essen runter und bringst ihm was anderes oder so. Das ist für mich eigentlich selbstverständlich. Weil du willst ja, dass der Gast glücklich rauskommt.
18:33
Aber das ist ja auch toll, das kannst du ja dann auch alles bestimmen. Also die Gäste sind das eine. Jetzt reden wir ein bisschen über die Leute, die für euch arbeiten auf der Wiesn. Sind es wiederkehrende Menschen? Weil ich höre oft, dass Leute sagen, die nehmen sich da zwei Wochen frei aus ihrem normalen Job und arbeiten dann bei euch auf der Wiesn als Kellner oder Kellnerin, weil die das erstens so gern machen und zweitens, weil sie sagen, okay, da kann ich natürlich auch auf die härteste Art und Weise, glaube ich, aber auch relativ viel Geld verdienen. Sind es Wiederholungstäter?
19:01
Also es ist so, dass wir, wir haben immer die Einschreibung so genannt. Da müssen alle Mitarbeiter kommen, das ist immer am Donnerstag vor der Wiesn und dann kommt das Steuerbüro, dass wirklich alle Papiere da sind und so weiter. Und da halten wir dann immer eine Ansprache und das hat mein Vater eingeführt. Er fragt jedes Jahr, wer ist denn dieses Jahr neu? Und da sind dann, also wir haben 280 Bedienungen oder 290 insgesamt. 280?
19:25
Und dann heben da vielleicht, ich würde sagen, fünf oder maximal zehn heben die Hand. Und das sind dann auch immer welche, die zum Beispiel, da kann die eine nicht und dann schickt sie ihre Schwester oder irgendwie sowas. Also das sind diese Teams, die sind bei uns so statisch und ich kriege jedes Jahr immer so viele Bewerbungen, die dann arbeiten wollen. Und ich kriege die nicht unter, weil wir machen immer Dreierteams. Das heißt, die müssen sich auch verstehen können, weil die arbeiten auf einen Geldbeutel. Und deswegen holen die sich dann eigentlich immer die Nachfolger auch rein. Und das ist so schön und es ist immer ein Riesen-Hallo und jeder freut sich.
19:59
Und so ist es in der Küche, so ist es in der Führungsregel. Also ich meine, die Führungskräfte, also auch Büro und so weiter, die sind alle schon seit 30 Jahren da. Und die, die das Büro leitet, ist zum Beispiel meine beste Freundin. Also wir sehen uns das ganze Jahr über, weil die Wiesn hört ja nicht nach der Wiesn auf. Nee, nach der Wiesn ist vor der Wiesn. Ja klar, ja. Und wir sind mit dem Jahr zum Abschließen beschäftigt, bis Weihnachten ungefähr. Und dann macht die zwei Wochen Urlaub und im Januar geht es los. Dann gehen schon die Anschreiben an die Stammkunden raus.
20:27
Da habe ich schon Bock drauf, wenn ich nur zuhöre. Deswegen erübrigt sich wahrscheinlich meine nächste Frage. Gibt es auch welche, die es dann nicht durchhalten, die einfach nach... Ich könnte mir vorstellen, das sind ja 16 Tage, als Mitarbeiter, man macht so eine Wellenbewegung durch. Am Anfang Euphorie und dann so in der Mitte totaler Knick, wo du sagst, jetzt wenn mich noch einer anrempelt, dann drehe ich hier völlig durch und schmeiße alles hin. Und dann über die letzten Tage geht es wieder hoch. Gibt es welche, die einfach irgendwann sagen, tut mir leid, Silja, ich bin raus, ich gehe.
20:55
Also das habe ich noch nie erlebt. Das Einzige, was mal passieren kann, ist, dass sich wirklich einer verletzt oder so krank wird, dass er dann gehen muss oder dass irgendjemand in der Familie krank wird, was weiß ich, der Vater liegt im Sterben oder so, also dann brechen die ab. Aber es ist so, du hast zum einen... Das Gefühl, du fährst im Ferienlager. Also jeder weiß, diese zwei Wochen sind wir zusammen und das ist auch ein total anderes Arbeiten als normal. Jeder weiß, du hast jetzt so und so lange noch. Es gibt natürlich diese Downs, die jeder hat, aber dann sind x andere da, die dich wieder aus dem Loch da rausziehen und die dich dann wieder motivieren.
21:29
Und was ich so toll finde, ist, wir verabschieden jeden Einzelnen per Handschlag am Ende der Wiesn, also am letzten Abend. Da ist ja ganz normal, tralala, servus, per gut und auf Wiedersehen. Wir schließen immer ab mit der Bayern-Hymne, das ist für uns auch ganz wichtig.
21:44
Ist das jeden Abend so oder nur am letzten Wiesnabend? Nur am letzten Abend. Und was ist sonst jeden Abend, das letzte Lied?
21:48
Jeden Abend ist das letzte Lied, das heißt, servus, per gut und auf Wiedersehen.
21:54
Und da stehe ich immer auf der Bühne und singe mit der Musik. Und dann heißt es immer, der Wirt macht jetzt Schluss. Und dann singe ich immer, die Silja macht jetzt Schluss. Und dann kommen die alle zu uns in dieses Stüberl. Die kriegen von uns alle einen Krug als Erinnerung, also immer den offiziellen Wiesenkrug. Und dann sagen, ich würde sagen, also wirklich die Hälfte sagt immer, und das war jetzt echt mein letztes Jahr. Jetzt Koni nimmer. Und letztes Jahr sind sie sowieso wieder dabei. Also das ist eigentlich immer so. Also es war so anstrengend, aber es war so toll. Und das ist so eine Herzlichkeit. Das ist sowas von schön.
22:25
Wenn ich da bin, ja. Und ich meine, ich glaube, ich habe gute Nerven und ich liebe Menschen. Ich liebe Menschen. Aber in einem Wiesenzelt abends und da ist ja dann schon, sage ich mal, ab 20 Uhr ist ja dann schon ganz schön Remi Demi, weil um halb elf ist ja vorbei. Da denke ich mir, da ist dann so ein Druck auf dem Kessel und dann kommen die mit diesen Tabletts, wo du ja wirklich was glaubst, was so ein Tablett wiegt.
22:46
Das kommt darauf an, wie viel essen die drauf. Also wenn du überlegst, einen Teller, also ich würde sagen, schon acht, neun Kilo wird das schon wiegen.
22:52
So, und davon tragen die Jahrhunderte da jeden Tag irgendwie rein und dann die Maß, was tragen die? Also die haben wahrscheinlich fünf, fünf.
22:59
Also das meiste, was zum Tragen geht, sind ungefähr 14, also so, aber ich sage jetzt mal, die nehmen ungefähr acht bis zehn.
23:07
Also 8 bis 10 und da kannst du auch nicht zwischendurch sagen, ich stelle mal kurz auf der Konsole hier ab und atme kurz durch, sondern da schiebst du dich dann durch und da fallen dir Betrunken in den Weg und da römpeln dich welche an und da labern irgendwelche Schwachsinn. Da brauchst du Nerven.
23:24
Also ich bewundere das wirklich. Aber weißt du was? Ich glaube, das blendest du aus. Ich höre zum Beispiel die Musik auch teilweise gar nicht. Du gehst da durch das Zelt, du bist komplett in einem anderen, weiß ich nicht, du bist im Tunnel irgendwie. Und das finde ich immer ganz lustig, wenn ich dann heimfahre, also zu Hause, keine Musik, kein irgendwas.
23:42
Mein Glas Weinschorle und dann komme ich so runter und ich möchte dann auch keine, ich mag nichts mehr hören, nichts mehr sehen und keine Ahnung. Also das ist dann, das brauche ich zum Runterkommen, weil du kannst dann sowieso nicht gleich ins Bett gehen. Also ich komme dann immer heim und dann brauche ich erstmal als erstes Dirndl aufsprengen. Ja.
23:57
Das geht ja schon. Bei mir ist das beim Dirndl so. Das sitzt ja so auf Spannung. Es reicht schon. Kennst du das Springkraut, das Asiatische? Wenn man da so dran, nur so ein bisschen leicht drankommt, dann pfff. Und so ist es bei meinem Dirndlmeister auch.
24:09
Du machst das meistens schon im Auto. Fange ich schon an. Die Hackerl aufzumachen. Und dann einfach nur mal so einmal kurz durchatmen. Aber es ist trotzdem irgendwie so, du bist, also ich kann dir das gar nicht beschreiben. Vielleicht musst du echt mal auf der Wiesn arbeiten. Ich würde dich ja einladen, dass du mal auf der Wiesn arbeitest. Aber das ist einfach so toll, wenn du da, ich weiß nicht, du bist auch so, ich glaube, das ist Adrenalin und Euphorie und das gehört alles irgendwie zusammen und alle sind sehr gut drauf und alle sind sehr happy.
24:38
Ja, es ist so schön. Ich bin jedes Jahr, wenn ich da bin, ich denke mir immer, eigentlich ist es mir zu viel, mir sind es auch dann eigentlich irgendwie zu viele Leute, aber Du, ich bin da, wenn ich da auch in irgendeinem Zelt stehe, ich stehe da vorne an der Musik meistens oder so total unbehelligt. Weißt du, ich habe das auch nicht verstanden, dass die ganzen Promis da ständig in das Käferzelt rennen, wo sowieso schon die ganze Fotografenriege steht und man dann zum schönsten Dekolleté oder zur hübschesten. zur schrillsten Farbe oder so gewählt wird, wo ich mir immer denke, also das hat ja nichts mit der Wiesn zu tun. Da kann ich mich auch in Bielefeld treffen und da aufs Sommerfest gehen.
25:10
Aber also Wiesn ist für mich wirklich auf dem Tisch stehen ab halb sechs und einfach voll mitmachen. Und das Tolle ist, das geht ja auch. Das geht ja, weil es interessiert eigentlich letztendlich keinen. Du hast ja gesagt, du hast natürlich früh angefangen. Du wolltest von Anfang an und du hast ja alle Stationen durchlaufen, oder?
25:27
Du hast alles mal mitgemacht. Ich habe alles mitgemacht. Vom Krugstand über Würstelzellen in der Küche, Händel einpacken, im Büro. Das Einzige, was ich nie gemacht habe, ist wirklich Kellnern.
25:38
Das war jetzt auch ehrlich gesagt in der ganzen Gastronomie-Ding nie meins mit den vier Teller tragen und so weiter, muss ich ganz ehrlich zugeben. Aber ansonsten mache ich alles.
25:48
Ja, ich glaube, alles, was so schnell geht, weißt du, Bier raus, rein, Ding, Pfand, Zeug und so, das wäre auch meins. Wir spielen ein Spiel, Silvia, es macht mir sehr viel Spaß, ich bin so froh, dass du, hörst du wirklich unseren Podcast und dann kennst du mich und so, das ist ja fantastisch.
26:04
Aber weißt du, was total lustig ist? So viele sagen immer, ich erinnere sie an dich. Das habe ich schon des Öfteren gehört von irgendwelchen Leuten. Ich mache auch immer so einen Blödsinn und keine Ahnung. Deswegen schaue ich mir dich auch gerne im Fernsehen an, muss ich in der Tat sagen, weil ich finde auch immer eure ganzen Sachen einfach lustig. Und du machst es immer so sympathisch und so natürlich und so nett und so authentisch und das mag ich auch. Das freut mich voll.
26:26
Naja, wir sind uns ja wahrscheinlich auch schon mal begegnet, oder? Also irgendwie sind wir uns ja wahrscheinlich auch früher irgendwo mal über den Weg gelaufen.
26:32
Also ich würde mich freuen, wenn du mich auf der Wiesn besuchen kommen würdest.
26:35
Du weißt ja, wo du mich findest. Ich weiß, als ich vorhin aus dem Haus gegangen bin, hat mein Mann mir nachgerufen, schön freundlich sein und nach der Handynummer fragen.
26:46
Und dann habe ich mir gedacht, wie viele Leute robben sich eigentlich an dich ran. Das ist übrigens ganz interessant. Gegen Anfang September. Hallo Silja, ich wollte mal fragen, weil meine Kinder brauchen einen Tisch.
26:59
Also in der Tat wollte ich mir schon mal eine neue Handynummer holen, aber ich habe meine Handynummer seit 1995, wo es die ersten Handys gab, deswegen tue ich mir echt schwer.
27:08
Aber es ist in der Tat so. Also es geht so, im Frühjahr mal ist so ein Schwall und jetzt geht es gerade wieder so los. Wir haben uns ja so lange nicht gesehen. Also wie geht es dir denn? Und dann weiß ich eh schon, was willst du? Ich habe Freitag, Samstag, Sonntag sowieso keinen Tisch mehr. Also tut mir leid. Das ist echt krass.
27:25
Das ist wie wenn man ein Seegrundstück hat oder einen Pool. Kennst du das, wenn dann die Leute so vorbeifahren ganz langsam? Hallo, wir waren gerade in der Gegend und dachten, wir fragen mal, ob ihr da seid. Du und wir haben die Badesachen dabei.
27:38
Genau, genau so ist es.
27:41
Also das ist natürlich, und ich meine, wie ist denn das am Abend? Du hast ja dann dein Handy da. Manchmal hat man übrigens ja auch gar keinen Empfang, weil vier Millionen Italiener gleichzeitig versuchen, irgendwelche lustigen Videos nach Hause zu schicken. Aber wie oft klingelt am Abend bei dir das Telefon, wo irgendwelche Freunde von Freunden anrufen, die sagen, ich wollte mal fragen, ob ich auf die Schnelle noch schnell bei euch reinkomme?
27:59
Das passiert sehr, sehr oft, vor allem am Wochenende. Ich hasse ja die Apple Watch, weil die macht mich nervös, weil die dauernd Bing, Bing, Bing, weißt du schon, bei jeder WhatsApp. Aber zur Wiesn habe ich die an, weil ich höre das Telefon sonst nicht, weil das ist ja irgendwo in der Tasche im Dirndl drin. Früher habe ich mir das immer vorne reingesteckt. Nee, aber das geht auch nicht mehr. Und da muss ich auch ganz ehrlich sagen, wenn ich jetzt gerade echt voll im Stress bin und es ist nicht irgendjemand wichtiger, meine Kinder oder sonst irgendwas, da gehe ich gar nicht hin. Also das geht auch nicht. Dann könnte ich ja Türsteher werden.
28:30
Ja, ich bin schon voll identifiziert mit dir. Ich sage jetzt schon, wir können uns jetzt nicht mehr um alles kümmern. So, deswegen, jetzt pass auf. Also wir spielen ein Spiel. Die Redaktion hat ohne bayerische...
28:44
Wurzeln zu haben, sehe ich jetzt voll hier eingestellt und bietet folgendes an, liebe Silja, liebe Barbara. Silja arbeitet auf der Wiesn, sie weiß also genau, was Menschen bestellen möchten, selbst dann, wenn sie es selbst schon nicht mehr so genau wissen. Und weil Barbara heute herausfinden will, ob sie als Wiesenkennerin überhaupt zu gebrauchen wäre, spielt ihr heute Wiesn bitte. Wir haben verschiedene Wiesenbestellungen aufgenommen. Ihr hört sie an und müsst herausfinden, was wollte der Gast eigentlich bestellen. Barbara fängt als Wiesenneuling an. Silja darf im Anschluss mit ihrer Wiesenerfahrung glänzen und auflösen. Wir sind gespannt.
29:14
Die angezopfte, leicht angezopfte Redaktion. Das ist ja sehr lustig. Und jetzt muss ich hier auf die O-Töne gehen und dann hören wir uns das an. Ach, das ist ja fantastisch. Was für ein lustiges Spiel. Und wir müssen entschlüsseln, was die ursprünglich bestellen wollten. Sie sind vermutlich schon recht betrunken. Ich bin gespannt.
29:32
Achtung, wir hören rein.
29:33
Okay. Also auf jeden Fall gab es einen gemischten Salat.
29:49
Ich glaube, es war auf jeden Fall, ich denke mal, es war ein Karspatzen dabei, ein gemischter Salat und zum Trinken...
29:55
Mit Röstzwiebeln in den Ofen drauf, habe ich verstanden, Apfelschorle mit Eis. Genau. Genau. Apfelscheule mit Eis. So, wir sind doch super. Und da hat er einen schönen Akzent. Ich würde dir sagen, der Kollege kam aus Tschechien oder vielleicht diese Gegend aus Slowenien. Ah, Berto aus Spanien, sage ich doch. Entschuldigung, ich hätte gern die Käsespätzle bitte, aber die Röstzwiebel nicht obendrauf. Scheiße, hätte ich schon den ersten Fehler gemacht. sondern extra auf einem kleinen Teller, wenn es möglich ist, dazu gemischten Salat.
30:27
Auch ohne Tomaten haben wir auch nicht gecheckt. Da gibt es Beschwerden, da gibt es gleich eine schlechte Bewertung. Und zum Trinken eine große Apfelscholle mit Eis.
30:35
Aber ganz ehrlich, das war auch schneller gespielt, als der normalerweise reden würde, oder? Das hat sich angehört wie 1,5 oder 2 Mal.
30:42
Also das war ja eine Unverschirmtheit.
30:45
Jetzt pass auf, geht der nächste Ton.
30:47
Lapprig ist er selber. Das heißt, also schön groß gebraten, nicht labrig. Was wollt ihr noch? Ein Kartoffelsalat, schön schlotzig? Genau.
31:11
Erdäpfelsalat, habe ich gesagt. Erdäpfelsalat, genau. Und was war noch? Lapperig ist er selber. Was war denn das vorherige? Den Anfang habe ich irgendwie nicht ganz verstanden.
31:19
Ja, da muss man sich immer einhören.
31:20
Ihr hättet gerne Pidgin oder so.
31:23
Ja, genau. Ein Hähnl nehmen wir Pidgin, aber machen wir kein Sauerkraut daneben. Das hängt mir zu viel Diskussion an im Bauch. Ich brauche einen Erdäpfelsalat, einen gescheiten, schön schlotzig, nicht grauslig. Und der Teller, genau, so dass er am Teller liegt, wird er beilagt mit selbstbewusst. Was ist denn das für geiles Zeug? Und das Hähnlschüresch, ja, sehr lustig. Komm, einen hören wir noch. Einen hören wir noch. Hier kommt die nächste Bestellung.
31:48
Entschuldigung, ich hätte bitte gern die Schweinsachse. Aber können Sie die Sauce extra bringen? Nicht die auf dem Fleisch? Sind die Kartoffeln mit Speck? Kann man dann weglassen? Und zum Trinken nehme ich ein Sliss Wasser.
32:01
Das würde ich sagen, war ein Asiate. Ja, habe ich auch gedacht gerade. Also ihr möchtet die Schweinshaxen und die Soße aber daneben oder wie war das? Ja, die Schweinshaxe, ganz genau. Die Soße extra. Die Schweinshaxe, die Soße extra und zum Trinken habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden. Irgendwann war es da, aber was für, ne oder was war das jetzt? Oh.
32:20
Kann man weglassen und zum Trinken nehme ich ein stilles Wasser. Das ist total unglaubwürdig. Sowas gibt es gar nicht. Stilles Wasser schenkt ihr sowas. Im Verhältnis Wasser-Bier würde ich sagen, also es wird schon Wasser getrunken.
32:32
0,01. Also an dem einen, da gab es ein Eröffnungswochenende, da war es 40 Grad oder so und da hat natürlich keiner ein Bier getrunken mittags. Also das heißt keiner, aber die haben alle Wasser und dann ist uns in der Tat das Wasser ausgegangen. Dann konnte man nur noch Spezi und Limo und sonst was ausschenken.
32:53
Also ich nehme mal an, bei euch wird ja das Wasser und das Ganze, alle Getränke, die werden ja nicht in Flaschen, kommt das an, sondern alles in riesig großen Fässern, oder?
33:01
Ja, nee, die Getränke sind in den sogenannten Bips, das ist ja dieses... Also das ist quasi so eine Back-in-Box heißt es und das wird dann aufbereitet mit Kohlensäure und da kommt es dann raus. Also da kriegst du halt aus so einem kleinen Ding, kriegst du irgendwie 100 so und so viele Liter raus. Also das ist eigentlich überall in der Gastronomie so und das Bier kommt natürlich in den Tanks, das sind ja riesige Tanks. Also das ist ja Wahnsinn und da kommt natürlich auch das alkoholfreie Bier und dann eben wird es gemischt mit Limo und dann hast du das Radler, also es geht direkt alles an der Schenke.
33:32
Wie genau muss man reagieren als Wirt, wenn man sagt, okay, also die nächsten vier Tage wird es sehr warm oder sehr kalt? Kann man Massenanstürme vorhersehen? Wie bereitet man sich auf solche Sachen vor?
33:43
Also auf der Wiesn ist ja jeden Tag eigentlich wirklich viel los und wir füllen alles auf. Jede Nacht wird geliefert und wird alles aufgefüllt. Also sowohl von der Küche her als auch von den Getränken her, weil du das definitiv verkaufst. Und wenn nicht, dann ist das halt am nächsten Tag. Also das ist ja gar kein Problem. Also auf der Wiesn ist es eigentlich relativ einfach, du machst einfach immer die Bude voll. Schwieriger ist es bei uns zum Beispiel im Hofbräukeller, da haben wir ja den großen Biergarten mit 2000 Sitzplätzen und dann musst du natürlich schon immer vorausschauend denken, aber nachdem ja unsere Wettervorhersage immer so super zuverlässig ist, funktioniert das natürlich ganz hervorragend.
34:18
Nord, oder? Also hast du wie viele Wetter-Apps hast du runtergeladen?
34:22
Ich glaube sieben oder acht.
34:24
Und glaubst du immer der Besten? Weil ich lade so lange Apps runter, bis ich eine gefunden habe, die mir sagt, kein Regen und sonnig. Und der glaube ich dann.
34:32
Ja, das hilft mir leider nicht so viel. Also wir haben Gott sei Dank so eine Wetterradar-App, die...
34:37
relativ genau voraussagt, wann jetzt der Regen kommt. Nur gestern hat es ja bei uns geschüttet in Strömen. Und es hat keiner vorausgesagt, auf allen Wetter-Apps stand, nee, da kommt dann doch nicht der Regen. Da hätte der Wind gedreht und plötzlich... Oh nein. Und du musst es halt schon vorher wissen, weil die müssen ja im Biergarten die Leute abkassieren. Also so frühzeitig, dass die nicht in den vollen Duscher dann da reingehen müssen. Die gehen dann natürlich alle ins Lokal rein. Aber da habe ich richtig lustige Geschichten auf Lager. Also da könnte ich mit dir noch drei Stunden reden. Also ich könnte ja Bücher schreiben. Habe ich mir auch schon in der Tat mal überlegt.
35:08
Ja, das kannst du wirklich mal machen. Oder die sollen einfach unser Gespräch sich anhören, wenn sie alles über dich wissen wollen. Wo bist du auf der Wiesn den Tag über? Also ich gehe mal davon an, du bist da und bist dann den ganzen Tag über bis in die Abendstunden da. Hast du ein Büro, rennst du rum, hast ein Walkie-Talkie?
35:25
Ja, also mein Wiesentag beginnt so, dass ich als erstes in meinen Hofbräukeller gehe und schaue, dass da alles in Ordnung ist. Dann fahre ich auf die Wiesn runter. Manchmal habe ich auch noch einen Termin oder irgendwie sowas. Also ich bin spätestens mittags, also um zehn oder was weiß ich, auf der Wiesn. Und dann gehst du erstmal den Tag vom Tag vorher durch, gehst die Reservierungen durch, die am Abend kommen. Also eben abrechnungstechnisch schaust du dir alles an. Dann kommen wahrscheinlich hier schon die ersten Mittagsgäste. Da sagst du dann mal schnell Grüß Gott und so. Das sind ja eh so 90 Prozent Stammgäste. Dann am Nachmittag bereitest du schon für einen Abend vor.
35:58
Dann tue ich diese Reserviert-Schilder auflegen, weil ich genau weiß, der will an der Brüstung sitzen, der will lieber hinten sitzen.
36:05
Nein, also das heißt, du weißt jetzt, die Familie Dimpfelmoser, die kommen und die wollen immer den Tisch acht. Und dann sorgst du dafür, dass das klappt.
36:14
Das Schöne ist, dass die Angie, meine Freundin, die das ja schon seit Jahrzehnten macht, das Büro, die unterstützt mich natürlich. Da sagt sie, da ist der Herr so und so und der darf ja nicht neben dem oder der will immer nicht neben dem. Also das ist total cool und das legen wir dann auf und dann gehen wir ab 18 Uhr unsere Begrüßungsrunde durch. Und dann schaue ich auf die Musik mal kurz rauf, weil das brauche ich dann mal kurz, dass ich da so ein bisschen dieses Ah. Feeling und dann hast du auch den Blick darüber. Und dann haben wir eigentlich immer am Abend irgendwann mal, das kommt immer darauf an, die warten immer auf meine WhatsApp, also Geschäftsführung.
36:46
Wir treffen uns dann kurz auf einen kleinen, in Anführungsstrichen, Schuh fix, wo wir reden, was war, wo müssen wir reinhaken oder, oder, oder. Da essen wir dann zusammen kurz. Also das hört sich immer so wahnsinnig üppig an. Also bei uns, jeder holt sich jetzt schnell irgendeine Kleinigkeit. Wir sitzen dann so 20 Minuten, dann muss der erste eh schon wieder weg. Aber wichtig ist, dass wir einfach einmal am Tag uns zusammensetzen und über alles reden. Und dann ist irgendwann Schluss, dann Abschluss und dann fahre ich irgendwann nach Hause.
37:12
Hast du einen Schrittzähler an? Weil du hast ja gesagt, du hast eine Apple Watch. Guckst du auf deine Schritte? Ja. Und? Ja. 20 bis 25. Also 20.000 dann, okay, genau. Weil es ist ja schon, wie groß ist so ein Zelt, schwer zu schätzen, 150 Meter lang?
37:24
Nee, wie lang ist das Zelt? Oh Gott, ich habe keine Ahnung, die Abmessung, ich glaube, dass es sogar mehr ist wie 150.
37:31
Also das ist ja irrsinnig, wenn da irgendwas ist oder so, läufst du dann selber dahin?
37:37
Ja, und ich laufe ganz oft. Also meine Runden am Tag, die kannst du schon. Und dann rauf auf den Balkon und raus im Garten und so. Aber das merkst du gar nicht mehr. Also am ersten Abend brennen mir immer die Füße. Ich meine, ich renne ja allgemein viel rum, auch im Hofbauerkeller. Aber das gehört dann irgendwie am zweiten, dritten Tag auf. Das spürst du gar nicht mehr. Das blendest du genauso aus wie alle.
37:57
Ja, ja, klar. Ich meine, der Schmerz hört dann auf irgendwann. Wie viele Menschen sind gleichzeitig im Zelt? Also was ist das Maximum, was reingeht bei euch?
38:03
Also innen sind 7.000 und im Garten 3.000. Ja.
38:07
Gäste, passen rein.
38:09
Das muss man sich einfach mal auf der Zunge zergehen lassen und die werden alle bewirtet. Jeder kriegt was zu trinken und zwar in einem ziemlichen Affenzahn. Jeder kriegt sein Essen auch noch in einer ziemlich guten Qualität, muss man sagen. Weil ich bin immer, wenn ich auf der Wiesn bin, denke ich mir, schau mal her, das ist irgendwie eigentlich warm und das ist toll und dann gibt es die Broteerplatten vorher und das ist wirklich gut, das Essen. Essen so.
38:30
Aber das ist lustigerweise, sagt das jeder und ich glaube, das liegt daran, weil das halt alles super frisch, super schnell auf den Teller kommt. Das Hähnl kommt vom Spieß direkt auf den Teller und dann, also die Wiesenhähnl sind ja auch so speziell super. Also jeder sagt einfach, die sind einfach sensationell und das ist auch so und ich freue mich immer, weil bei dieser Einschreibung an diesem Donnerstag gibt es immer das erste Wiesenhähnl, weil wir dann die, unsere Mitarbeiter auch, die kriegen alle einen Hähnl Und die stürzen sich richtig drauf, die freuen sich. Wobei wir ja, wir haben die gleichen Händel ja auch bei uns im Biergarten und ich finde die, und dieser, der, der unser Haupthändelgriller ist, der ist bei mir im Biergarten, der Biergartenküchenchef quasi.
39:08
Ja. Und der macht halt die Händel, also ich sage immer, wenn die Saison vorbei ist, dann sage ich, kannst du doch einen Händel sehen? Und er so, hm. Aber das ist genauso wie der Kaiserschmarrn, Mann. Das ist auch so eine nette Geschichte. Wir machen ja den Kaiserschmarrn komplett selber. Also mit Teig und mit allem drum und dran. Das ist nicht irgendein Fertigbackerl-Mix da. Und wir haben dann so einen Kipper, der ist ungefähr einen Meter mal einen Meter groß. Und es ist immer einer, der nur, der macht nichts anderes, außer von morgens bis abends Kaiserschmarrn. Der isst dann erst einmal drei Jahre bestimmt keinen Kaiserschmarrn mehr. Und es ist echt so, dass die das zwei, drei Jahre machen und dann sagt die, ich kann das nicht mehr.
39:40
Ich will mal an die salzige Ecke ran.
39:42
Genau, genau, so ungefähr. Kontrastprogramm.
39:46
Aber immerhin riecht es gut. Also ich glaube, wenn du so mit so Teig zu tun hast, ich glaube, dass so ein Vanillegeruch oder was man da so kriegt, sowas zu kriegt.
39:54
Ich bin ja auch immer dran vorbei und dann bälle das gerade in den Ding rein, dann schnappe ich mir meine Gabel und einmal rein stochern und wenn er ganz frisch ist, ich liebe Kaiserschmarrn, ist einfach toll.
40:02
Na, das ist schon toll. Hast du auch internationale Stammgäste?
40:06
Ja, ganz viele. Aus Amerika und aus Italien und was weiß ich. Und was auch ganz nett ist, ist die Brauerei, also die Mitarbeiter von der Brauerei, da sind ja auch die, die die Leute betreuen, die Kunden betreuen auf der ganzen Welt und die kommen auch jedes Jahr und das ist immer total nett. Es ist einfach, wie gesagt, auch da ist es so Family-Style-mäßig.
40:26
Gibt es auch manchmal so Promis?
40:43
Aber wir sind ja nicht das Promi-Zelt. Ich finde das ehrlicherweise auch ganz angenehm, weil dann hast du nicht immer den Auflauf und musst den Leuten. Also ich bin ja der Meinung, wenn jemand bekannt ist, der soll einfach da sitzen und feiern und seine Ruhe haben können. Mein Reden. Genau und das finde ich und deswegen, also wenn da jetzt irgendwie, der Miro Klose war auch schon bei uns und dann blocken wir das auch ab, dass die da nicht hinkommen, die sollen einfach ihre Party machen und sollen da einfach auch die Wiesen erleben können, wie sie ist, weil ich glaube, ich kenne mich da nicht so aus, aber du, das ist glaube ich schon sehr anstrengend.
41:17
Ja, und das Problem ist halt, wenn du, ich glaube, das ist ganz gut, wenn man dann einmal so signalisiert, auch als Gastgeber, lass den jetzt mal in Ruhe, weil sonst, wenn du halt einmal ein Foto machst, dann kommen natürlich 400 andere, die dann auf sich drängeln und deswegen muss man von Anfang an eigentlich sagen, bitte jetzt nicht fotografieren und so, dann geht das ja auch. Erkennst du gleich, wenn jemand problematisch ist? Also du hast doch einen super Blick dafür. Da kommen ja manchmal welche rein und da merkst du gleich, das riecht nach Trouble.
41:44
Hast du das? Also du kriegst, ja, du checkst das sofort und bei mir ist ja dann so, je mehr das brodelt, desto freundlicher bin ich. Und ich bin ja grundsätzlich dann selbstverständlich und kein Problem und wir machen das alles und überhaupt. Weil es macht ja überhaupt keinen Sinn, jemanden da in irgendeiner Art und Weise dann anzuhaben, ob er jetzt recht hat oder nicht, ist völlig egal. Wichtig ist da die Kuh vom Eis zu kriegen. Aber das ist glaube ich so in der Gastro allgemein da, dass man so reagiert.
42:10
Ich finde jedes Jahr, wir schauen uns, also schon allein die Einladung, die ich zur Wiesn kriege, die kommt immer mit so einem Best-of. TikTok- oder YouTube-Film, wo so Szenen zusammengeschnitten werden, was Leute auf der Wiesn machen. Und mein absolutes Favorite war so ein Typ, der nur in Lederhose mit Nackenoberkörper auf dem Holzboden so entlang, das kennst du sicher auch, der hat so Schwung genommen und ist so entlang gerutscht. Und ich meine, wer schon mal auf dem Holzboden auf der Wiesn gelaufen ist, der weiß, das ist jetzt keine Marmor-Unterlage. Wie die Leute, auch wenn die betrunken sind, was da teilweise passiert...
42:45
Ist es schlimmer geworden? Ist es ausgelassener geworden?
42:48
Nee, ich glaube, das war immer gleich. Also ich habe da auch so ein paar Highlights, was bei uns im Büro aufschlägt. Also von den heulenden Mädels, I lost my mobile and I don't know where I live und keine Ahnung was.
43:02
Ich habe gesagt, was solltest du tun, wenn du auf die Wiesen gehst? Schreib dir den Hotelnamen auf dem Unterarm oder irgendwie sowas. Die Krönung war, da kam eine rein bei uns im Büro, das ist so ein Tresen quasi, wo dahinter dann die Mitarbeiter sind. Und dann kam eine rein und hebt ihr den Rock und will dahin pieseln. Die alles so völlig in Schock stand. Mein Gott, ist das lustig. Die wird sofort rausgeschmissen. Also da gibt es die lustigsten Sachen. Oder was sie alles verlieren. Also das ist ja auch lustig.
43:29
Ja, was sie überhaupt erstmal alles mitnehmen. Ich meine, wer auf die Wiesen geht, da bin ich schon immer gleich bei den ganzen kleinen Mädels. Ja, Tasche. Die Tasche lassen wir gleich mal zu Hause. Du steckst dein Handy ein und zwar ins Dirndhof. Und einen Hausschlüssel. Und einen Hausschlüssel versteckst du am besten irgendwo daheim im Blumenkasten. Und ansonsten brauchst du wirklich nichts... Für mich ist jedes Mal der schönste Moment. Du kommst also um 5 Uhr ins Zelt an den schön gedeckten Tisch. Weiße Tischdecken aus Papier. Alles sieht nett aus. Überall stehen die vollen Krüge und dann die Brotzeitplatten.
43:59
Dann dauert es eine Dreiviertelstunde.
44:04
ist total durchgesaugt mit irgendwelchen Sachen. Und die Leute stehen auf den Tischen und dann haben die immer noch ihre Trachtenjacken, die sie dann irgendwie unten dann irgendwann aus dem Erbrochenen mehr oder weniger rausziehen. Und so... Und deswegen, ich habe wirklich nichts dabei. Ich habe nur nicht meinen Lippenstift dabei oder irgendeine Jacke. Ich gehe, weil du frierst ja eh nicht im Zelt. Und danach muss man halt schauen, dass man schnell irgendwo an einen warmen Mann rankommt.
44:31
Aber das ist unser Glück. Wir haben nämlich keine Papiertischdecken, sondern richtige Stofftischdecken. Das ist nicht dein Ernst. Stell dir das mal vor.
44:39
Was das schon für eine Logistik ist. Das muss ja jeden Tag in die Mangel und dann gereinigt und wieder zurück. Ja. Wie viele Tischdecken hast du da so?
44:48
Über tausend. Im Mittelschiff nicht, aber in den Boxen und am Balkon haben wir die Tischdecken. Aber das ist immer ganz lustig, weil da war wirklich ein Schwund und so eine Tischdecke ist echt nicht billig. Das kostet über 80 Euro, so eine Tischdecke. Das ist ja richtig gute Ware, weil die muss ja Jahre halten.
45:05
Und jetzt machen wir das so wie beim Handtuch, wenn du das im Hotel ab... Also die Bedienungen müssen quasi die, die sie holen, also müssen im Austausch sein.
45:14
Okay, okay.
45:15
Weil das ist ja auch heiß begehrte Ware, die die Leute gerne mit nach Hause nehmen, weißt du?
45:19
Ja, Wahnsinn. Ja, klar. Wie viele Maaskrüge werden euch geklaut? Oh, das sind auch viele.
45:23
Also ich weiß nicht, ob es nur geklaut oder Bruch, weil manche, die lustig und dann auf dem Boden und so, ist aber Gott sei Dank auch weniger geworden. Also ich würde sagen so um die 20.000 in etwa.
45:36
Weißt du, eine letzte Frage, die mich noch umtreibt. Ich finde mit auf die Wiesen gehen inzwischen. Also wenn man jetzt nicht der totale Münchner Profi ist mit super Verbindungen und ich sage, ich kenne Kai Pflaume und der bringt mich irgendwo rein. Sondern wenn man einfach ein ganz normaler Mensch ist, der sagt, dann ist das ein bisschen fast so wie beim Fußball schauen, wo man inzwischen auch nicht mehr weiß, muss ich jetzt The Zone runterladen, Sky oder Premiere oder kann ich es bei Sat.1 schauen. Kann man eigentlich als normaler Mensch noch ganz normal ins Zelt gehen und sagen, hallo, ich hätte gerne Platz für vier Leute, also jetzt mal an so einem Dienstag, sag ich mal, kann ich hier heute bei euch sein?
46:13
Also wir haben ja ganz viele Bereiche im Zelt, die wir frei halten müssen, auch von der Stadt her. Da muss man halt nur dann dementsprechend rechtzeitig dran sein, aber da tut sich dauernd was. Und was bei uns ja ein Riesenvorteil ist, wir haben ja diesen Stehbereich vor der Musik, da sind wir das einzige Zelt und da kannst du immer hingehen. Also das ist immer total nett, weil da steht dann der Italiener neben dem Amerikaner und die treffen sich auch immer jedes Jahr wieder an der gleichen Stelle. Das ist total süß. Und also wie gesagt, wir haben unter der Woche, also was ein super Zeitpunkt ist, ist zum Beispiel Sonntag am Nachmittag.
46:46
Da reisen schon wieder viele ab und da kannst du wunderbar auf die Wiesen gehen. Und auch Montag, Dienstag, Mittwoch ist total, da kannst du den ganzen Tag und im Garten kannst du ja sowieso nicht reservieren. Also da kriegst du immer einen Platz eigentlich in der Regel. Also das ist so dramatisch, ist es jetzt auch wieder. In den kleineren Zelten wahrscheinlich eher.
47:03
Das klingt super für mich. Fängst du jetzt schon mit so einer Art Vitaminkur an? Machst du sowas? Vitaminspritzenzeug? Pöppelst dich richtig auf?
47:12
Ja, also immer ab Mitte August die Vitamin-B-Spritze. Also da gibt es so einen Cocktail, den lasse ich mir immer einmal in der Woche geben. Und dann checke ich immer das Eisen, weil das ist bei mir dann auch manchmal so vor lauter Stress irgendwie im Keller. Und dann gibt es noch eine Eiseninfusion und ja, dann... Und also gut, krank werde ich eigentlich immer mehr oder weniger, aber ich war noch nie so krank, dass ich jetzt bettgelegrig war, aber das bin ich eigentlich grundsätzlich nicht. Also ich wollte gerade sagen, also du wirkst jetzt auf mich nicht.
47:39
Und dann der Tag, wenn die Wiesn vorbei ist, gibt es dann nochmal einen Tag, wo man sagt, so jetzt nochmal richtig ran und nochmal alles organisieren und dann erst frei? Oder ist es dann schon der Montag nach dem letzten Wiesentag, wo du sagst, da bleibe ich einfach im Bett liegen bis um 12?
47:53
Nee, der Montag ist Vollgas noch. Da musst du noch die letzte Abrechnung machen. Es wird ja sofort abgebaut. Also an dem Abend werden schon die Tische gestapelt, es wird alles abgeholt und dann müssen wir sofort mit dem Abbau anfangen. Es ist ja so krass, weil man meint ja immer nur, das sind ja nur die 16 Tage. Du hast ja drei Wochenenden, wo du quasi auf der Wiesn bist. Aber du hast ja die Woche vorher schon Vollalarm und die Woche danach auch. Also eigentlich sind es ja vier Wochen. plus fünf Wochenenden, die du da in Action bist. Das unterschätzt man immer. Also ich mache das meistens so, dass ich dann an dem Dienstag nach der Wiesn ab Nachmittag, da liege ich dann wirklich im Bett und pennen.
48:28
Also da schlafe ich von drei Uhr nachmittags bis zum nächsten Morgen.
48:31
Fantastisch. Ach toll. Also Silja, das war so spannend für mich und ich bin mir sicher auch für all unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, weil ich meine, auf die Wiesen gehen ist schon mal eins, aber einfach mal so hinter die Kulissen zu schauen, das ist wirklich toll und da bedanke ich mich ganz, ganz herzlich bei dir, dass du das uns ermöglicht hast.
48:48
Also ich habe jetzt gerade durch deine Erzählung so, ich sehe mich am Brezelstand. Weißt du, ich will was organisieren. Ich bin auch nicht der Tablettträger. Da habe ich nicht die Nerven. Da würde ich ausflippen um halb zwei am Nachmittag schon. Aber ich möchte gerne so, weißt du, dass sich was dreht. Rein, raus, Ding, vielleicht Pfand auszahlen und solche Sachen. Kannst du mich einsetzen?
49:06
Ruf mich einfach an. Mach ich. Sehr gerne.
49:09
Also es ist mir eine große Freude gewesen. Und mir auch.
49:12
Und jetzt schaue ich noch mal wieder anders auf euren Job und auf eure Leistung. Und dieses Jahr werden, wie viele Leute werden erwartet?
49:19
Ich habe keine Ahnung, was waren es letztes Jahr? Sechs Millionen? Ja. Also ich denke mal ungefähr gleich. Okay. Ja, kauf halt. Kommt ein bisschen aufs Wetter drauf an. Kauf genug ein. Aber ich glaube, das wird schon. Ich kaufe ein bisschen Bier ein. Ich werde das organisieren. Genau.
49:30
Kaufst ein Trager ein mehr, gell? Silja, vielen, vielen Dank. Das war toll. Ja, gerne. Danke dir. Tschüss. Einen schönen Tag noch. Ciao, ciao. Ciao.
49:39
So, vielen, vielen Dank für dieses Gespräch. Habt ihr gehört, dass ich die Handynummer abgelehnt habe? Weil ich will mich da auch nicht so einschleimen und anwanzen. Es war ja sehr lustig, wie sie gesagt hat, dass schon im Frühjahr die Leute anfangen, sie zu kontaktieren.
49:53
Wahrscheinlich die beliebteste Frau Münchens.
49:55
Ganz genau, ganz genau. Da reich mich nicht ein. Ich kaufe mir meine Karten und ich verschaffe mir da anderweitig Zutritt.
50:01
Das hat mir sehr viel Spaß gemacht, liebe Ina. Ich wollte mich sowieso bei euch bedanken, bei der Redaktion, dass das so toll ist, auch mal unsere Hörerinnen und Hörer kennenzulernen und weil es so viel Spaß macht, machen wir das ja nächste Woche gleich nochmal.
50:13
Genau und da wird es ein bisschen hart für dich, vielleicht, weil du zu einer Musicaldarstellerin ausgebildet wirst.
50:21
Ja, und ich werde mich bewerben bei Michael Jackson Musical. Und dazu haben wir eingeladen einen der Michael Jackson Darsteller des Musicals, Prinz Damien, und den strengen Casting-Direktor der Stage Entertainment, Ralf Schädler. Also hört zu, wie ich scheitere. Nächste Woche. Bis dann. Bis dann.
50:42
Mit den Waffeln einer Frau. Ein Podcast von Barbaradio. Das Radio von Barbara Schöneberger.