bto – der Ökonomie-Podcast von Dr. Daniel Stelter

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bto – beyond the obvious – der Ökonomie-Podcast von Dr. Daniel Stelter. Der Ökonom und Strategieberater bringt Wirtschaft und Finanzen auf den Punkt. Unverblümt und unabhängig gibt Stelter pointierte Antworten auf die Wirtschaftsfragen unserer Zeit. Featured by Handelsblatt.

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Zusammenfassung der Episode

Erwartungen haben eine besondere Bedeutung für die Wirtschaftspolitik. Vor allem beim Thema Inflationserwartungen gilt diese Bedeutungsschwere. Doch es gibt auch generelle Zweifel. So veröffentlichte der Notenbank-Ökonom Jeremy B. Rudd von der US-amerikanischen Federal Reserve (FED) bereits im September 2021 einen viel beachteten Kommentar, in dem er die Sinnhaftigkeit der Steuerung nach Erwartungen in Frage stellte. Das war zwar keine offizielle Position der FED, aber eine berechtigte Warnung, denn die Inflationserwartungen waren niedrig, kurz darauf aber stieg die Inflation in den USA und der EU deutlich an. Das Gegenteil von dem, was erwartet worden war. Im Oktober 2021 sprach Daniel Stelter in Folge 105 mit Professor Dr. Thomas Mayer, Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institute, über „Die Selbstüberschätzung der Notenbanker“. Ausgangspunkt war die These der säkularen Stagnation (also dem langfristigen Zustand einer Volkswirtschaft, in dem das Wirtschaftswachstum dauerhaft schwach bleibt…

Folgen

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Erwartungen und Grenzen

Erwartungen haben eine besondere Bedeutung für die Wirtschaftspolitik. Vor allem beim Thema Inflationserwartungen gilt diese Bedeutungsschwere. Doch es gibt auch generelle Zweifel. So veröffentlichte der Notenbank-Ökonom Jeremy B. Rudd von der US-amerikanischen Federal Reserve (FED) bereits im September 2021 einen viel beachteten Kommentar, in dem er die Sinnhaftigkeit der Steuerung nach Erwartungen in Frage stellte. Das war zwar keine offizielle Position der FED, aber eine berechtigte Warnung, denn die Inflationserwartungen waren niedrig, kurz darauf aber stieg die Inflation in den USA und der EU deutlich an. Das Gegenteil von dem, was erwartet worden war. Im Oktober 2021 sprach Daniel Stelter in Folge 105 mit Professor Dr. Thomas Mayer, Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institute, über „Die Selbstüberschätzung der Notenbanker“. Ausgangspunkt war die These der säkularen Stagnation (also dem langfristigen Zustand einer Volkswirtschaft, in dem das Wirtschaftswachstum dauerhaft schwach bleibt…

21 Okt. 2026
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Falsche Richtung

Menschen entscheiden nicht nur nach ihrer heutigen Lage. Sie berücksichtigen auch, was sie für morgen und die Zukunft erwarten. Die beiden US-Ökonomen Robert Hall und Michael Woodford haben gezeigt, wie wichtig dieser Blick nach vorn bei Konsum und Geldpolitik ist. Für ihre Beiträge zu den mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung haben die beiden Wissenschaftler den Wirtschaftsnobelpreis 2026 erhalten. Auf den ersten Blick haben ihre Forschungen wenig miteinander zu tun. Hall erhielt den Preis für seine Forschungen zur Konsumbereitschaft, Woodford für seine Arbeiten zur Geldpolitik. Gemeinsam ist ihren Arbeiten allerdings die Bedeutung von Erwartungen. Erwarten Menschen beispielsweise dauerhaft höhere Einkommen, erhöhen sie bereits frühzeitig ihren Konsum. Nehmen sie hingegen heutige Mehreinkommen als nicht nachhaltig wahr oder befürchten gar in Folge heutiger Zahlungen künftig ein geringeres Einkommen, sparen sie mehr, statt zu konsumieren. Mit Dr. Rüdiger Bachmann, Professor für…

18 Okt. 2026
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Wegwerfen ist keine Lösung

Leider ist in Deutschland das Wegwerfen für Unternehmen noch immer um ein Vielfaches günstiger als das Spenden – wegen der Umsatzsteuer. Fabrikneue Produkte werden aussortiert, während soziale Einrichtungen genau diese Dinge benötigen. So landen jährlich Waren im Wert von sieben Milliarden Euro im Müll: Schulsachen, Shampoo, Putzmittel und die Liste ließe sich fortsetzen. Doch es geht auch anders. Dr. Juliane Kronen hat mit innatura ein gemeinnütziges Unternehmen aufgebaut, das beide Seiten zusammenbringt: Es übernimmt überschüssige Neuware von Herstellern und Händlern und vermittelt sie bedarfsgerecht an gemeinnützige Organisationen. Zwischen den gegenwärtigen nationalen und internationalen Wirtschafts- und Finanzkrisen kommt ein solches Thema häufig zu kurz. Ein aktueller Anlass und eine damit verbundene Bitte sind der Grund, das Gespräch zwischen Daniel Stelter und seiner ehemaligen BCG-Kollegin aus Folge 169 „Soziales unternehmen“ vom 18. Dezember 2022 in diesem bto REFRESH zu wiederholen. Juliane Kronen…

14 Okt. 2026
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Die Hütte brennt

Die deutsche Metall- und Elektroindustrie verliert nach Angaben von Gesamtmetall derzeit rund 10.000 Arbeitsplätze im Monat. Seit dem Beschäftigungshöchststand im Jahr 2019 sind bereits rund 350.000 Stellen weggefallen. Zugleich bleiben Kapazitäten unterausgelastet, Arbeitskosten und Produktivität entwickeln sich auseinander und die Branche investiert weniger in neue Ausrüstung als an Wert abgeschrieben wird. Die Firmen haben bisher versucht, den Personalabbau zu bremsen und sozialverträglich zu gestalten. Nach Schätzungen sind aber beim aktuellen Niveau der Kapazitätsauslastung weitere 300.000 Arbeitsplätze akut gefährdet. Vor diesem Hintergrund findet die Tarifrunde 2026 statt. Die IG Metall fordert eine Lohnerhöhung von fünf Prozent für zwölf Monate, ergänzt um Beschäftigungs- und Standortsicherung, eine soziale Komponente und Gewinnbeteiligungen in gut laufenden Firmen. Die Arbeitgeber verlangen das Gegenteil, nämlich Kostensenkungen, um den Dammbruch beim Personalabbau noch zu verhindern. Daniel Stelter…

11 Okt. 2026
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Ohne bezahlbare Energie keine Industrie

Die Energiewende funktioniert nicht. Auf dem bisher eingeschlagenen Weg kann Deutschland weder das Ziel der Klimaneutralität erreichen, noch die Versorgungssicherheit gewährleisten oder günstigen Strom bereitstellen. Die Kosten der Energiewende beschränken sich auch nicht auf die Ausgaben für den Umbau des Energiesystems, sondern gehen weit darüber hinaus. Die hohen Energiepreise sind ein gravierender Wettbewerbsnachteil und führen damit zu einem (beschleunigten) Verlust an Arbeitsplätzen in den ehemaligen Schlüsselindustrien. Aktuelle Studien zeigen außerdem, dass die energieintensive Produktion in Deutschland künftig auch nicht wieder wettbewerbsfähig wird. Doch das ist noch nicht alles. Die Klima-Ziele der Energiewende sind ebenfalls nicht erreichbar. Es ist ein Kurswechsel erforderlich, der – auch angesichts der geopolitischen Lage – die Versorgungssicherheit wieder in den Fokus nimmt. In der bto-Episode #264 mit dem Titel „Von der Wirklichkeit umzingelt“ (Oktober 2024) sprach Daniel Stelter mit dem…

07 Okt. 2026