Zusammenfassung der Episode
In der zweiten Folge der siebenten Staffel von „Lebende Legenden“ blickt Marianne Kohn, Patronin der Wiener Loos-Bar, auf ihre frühen Jahre im Nachkriegswien zurück. Am 27. Oktober 1945 geboren, verbrachte sie ihre Kindheit unter kargen Bedingungen im dritten Wiener Gemeindebezirk. Ihre Mutter entging als Jüdin der nationalsozialistischen Vernichtung knapp, während das Regime einen Großteil der Verwandtschaft ermordete. Der Dramaturg Marcel Prawy führte seine Stieftochter an das Musiktheater heran, ehe Kohn das beengte Österreich verließ, um in den Filmstudios der römischen Cinecittà zu arbeiten. Trümmer und Theater: Die Familie bewohnte in der Reisnerstraße eine winzige Wohnung mit Gangtoilette. Dank ihres Stiefvaters besuchte das zehnjährige Mädchen 1955 die Eröffnung der wiederaufgebauten Wiener Staatsoper. Filmriss und Flucht: Nach dem vorzeitigen Schulabbruch verdingte sie sich als Cutterin in den Wiener Rosenhügel-Studios. In den 1960er-Jahren übersiedelte sie nach Rom und fand ohne Sprachkenntnisse…
In der zweiten Folge der siebenten Staffel von „Lebende Legenden“ blickt Marianne Kohn, Patronin der Wiener Loos-Bar, auf ihre frühen Jahre im Nachkriegswien zurück. Am 27. Oktober 1945 geboren, verbrachte sie ihre Kindheit unter kargen Bedingungen im dritten Wiener Gemeindebezirk. Ihre Mutter entging als Jüdin der nationalsozialistischen Vernichtung knapp, während das Regime einen Großteil der Verwandtschaft ermordete. Der Dramaturg Marcel Prawy führte seine Stieftochter an das Musiktheater heran, ehe Kohn das beengte Österreich verließ, um in den Filmstudios der römischen Cinecittà zu arbeiten. Trümmer und Theater: Die Familie bewohnte in der Reisnerstraße eine winzige Wohnung mit Gangtoilette. Dank ihres Stiefvaters besuchte das zehnjährige Mädchen 1955 die Eröffnung der wiederaufgebauten Wiener Staatsoper. Filmriss und Flucht: Nach dem vorzeitigen Schulabbruch verdingte sie sich als Cutterin in den Wiener Rosenhügel-Studios. In den 1960er-Jahren übersiedelte sie nach Rom und fand ohne Sprachkenntnisse…
Folgen
Marianne Kohn - Einmal Rom und zurück (2/4)
GehörtIn der zweiten Folge der siebenten Staffel von „Lebende Legenden“ blickt Marianne Kohn, Patronin der Wiener Loos-Bar, auf ihre frühen Jahre im Nachkriegswien zurück. Am 27. Oktober 1945 geboren, verbrachte sie ihre Kindheit unter kargen Bedingungen im dritten Wiener Gemeindebezirk. Ihre Mutter entging als Jüdin der nationalsozialistischen Vernichtung knapp, während das Regime einen Großteil der Verwandtschaft ermordete. Der Dramaturg Marcel Prawy führte seine Stieftochter an das Musiktheater heran, ehe Kohn das beengte Österreich verließ, um in den Filmstudios der römischen Cinecittà zu arbeiten. Trümmer und Theater: Die Familie bewohnte in der Reisnerstraße eine winzige Wohnung mit Gangtoilette. Dank ihres Stiefvaters besuchte das zehnjährige Mädchen 1955 die Eröffnung der wiederaufgebauten Wiener Staatsoper. Filmriss und Flucht: Nach dem vorzeitigen Schulabbruch verdingte sie sich als Cutterin in den Wiener Rosenhügel-Studios. In den 1960er-Jahren übersiedelte sie nach Rom und fand ohne Sprachkenntnisse…
Marianne Kohn - Königin der Nacht (1/4)
GehörtSeit einem halben Jahrhundert prägt Marianne Kohn das Wiener Nachtleben. In der ersten Folge der siebenten Staffel schildert die Leiterin der Loos Bar ihre gastronomischen Anfänge. Ihre Erzählung setzt in den frühen 1970er-Jahren an der Ecke Neubaugasse und Mariahilfer Straße gegenüber dem Underground-Club Camera ein. Wenig später macht sie die Garderobe im 1973 eröffneten Lokal Motto. Das Lokal von Franz Thell bietet der Schwulenszene einen Treffpunkt und zieht rasch internationale Gäste wie Rudolf Nurejew und Helmut Berger an. Ihren ersten Dienst hinter der Schank versieht sie im Lokal Schoko. Dort bestellt der Musiker Wolfgang Ambros bei ihr Tequila mit Zitrone. In den 1980er-Jahren zieht die Wiener Szene in die Diskothek „U4“ weiter. Kohn teilt das Personal ein, will Falco als Zechpreller anzeigen und und erlebt legendäre Konzerte wie jedes der Sade Adu bevor sie zum Weltstar wird. Und Andy Warhol überlässt ihr nach einer Begegnung ein Kuvert voll mit Kokain. Auch der Rennfahrer Niki Lauda zählt zu ihren…
Franz Vranitzky - Nicht mit Jörg Haider (4/4)
GehörtDie sechste Staffel des Podcasts Lebende Legenden widmet sich Franz Vranitzky, österreichischer Bundeskanzler von 1986 bis 1997. In der vierten und letzten Folge erzählt der 1937 in Wien geborene Sozialdemokrat von seinen elf Jahren an der Spitze der Republik Österreich: vom Aufstieg der FPÖ unter Jörg Haider, vom Fall des Eisernen Vorhangs, vom EU-Beitritt – und von seiner Frau Christine, mit der er seit 64 Jahren verheiratet ist. Innsbruck und Neuwahlen: Im Herbst 1986 stürzt Jörg Haider beim FPÖ-Parteitag in Innsbruck den liberalen Parteiobmann Norbert Steger – im Saal sind Sieg-Heil-Rufe zu hören. Bundeskanzler Franz Vranitzky, seit drei Monaten im Amt, beendet die Koalition mit der FPÖ und ruft Neuwahlen aus. Die SPÖ gewinnt mit gut 42 Prozent, es folgt die Koalition mit der ÖVP. Aus „Nicht mit Haider“ wird ein Grundsatz, den die Medien Vranitzky-Doktrin taufen und der die SPÖ bis heute prägt. Bolzenschneider und Eiserner Vorhang: Im Mai 1989 beginnt Ungarn, seinen Grenzzaun abzubauen. Am 27. Juni…
Franz Vranitzky - Der „Nadelstreifsozialist“ (3/4)
GehörtDie sechste Staffel des Podcasts Lebende Legenden widmet sich Franz Vranitzky, österreichischer Bundeskanzler von 1986 bis 1997. In der dritten Folge erzählt der 1937 in Wien geborene Sozialdemokrat von seinem Aufstieg: vom Sohn eines zeitweise arbeitslosen Eisengießers aus Favoriten zum Vorstand zweier Banken, zum Finanzminister – und ins Kanzleramt. Ziegelböhm und Kriegsheimkehrer: Im September 1945 spielt der siebenjährige Franz vor dem Haus, als ein Fremder mit Gehstock auf ihn zukommt: sein Vater, zu Fuß heimgekehrt aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Die Vorfahren der Vranitzkys kamen als böhmische Ziegelarbeiter nach Wien, „Ziegelböhm“ war ein Schimpfwort. Der Vater, Eisengießer und überzeugter Sozialdemokrat, verliert in der Wirtschaftskrise der 1930er-Jahre Arbeit und Unterstützung – und wird später in der deutschen Wehrmacht wegen seiner linken Einstellung nie befördert. Nationalbank und Ministerbüro: 1970 macht Bruno Kreiskys Finanzminister Hannes Androsch, erst 32, dem jungen Ökonomen aus der…
Franz Vranitzky - Hemingway, Basketball & Coca-Cola (2/4)
GehörtDie sechste Staffel des Podcasts Lebende Legenden erzählt das Leben von dem ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Franz Vranitzk. Die zweite Folge erzählt vom Krieg, wie ihn ein Kind in Wien-Hernals erlebt, von der Befreiung 1945 und von den US-Besatzungssoldaten, die dem Buben mit Basketball, einem Radiosender und einer Bibliothek die Welt öffnen. Diese amerikanische Prägung begleitet Franz Vranitzky durch sein Berufsleben – bis ins Weiße Haus. Erster Schultag im Krieg: Im September 1943 kommt Franz Vranitzky, noch fünf Jahre alt, in die Volksschule. Seine Mutter Rosa fotografiert ihn vor dem Schultor – mit kurzer Hose und Aktentasche, weil er keine Schultasche auf dem Rücken tragen will. Dann heult die Sirene: Fliegeralarm. Ab dem Frühling 1944 bombardieren die Alliierten Wien immer öfter, Tausende Menschen sterben. Auch auf Dornbach, wo die Familie in einer Villa lebt, fallen Bomben – zwei Nachbarn kommen ums Leben. Ein 18-jähriger Sohn aus dem Haus wird noch im Frühjahr 1945 zur Wehrmacht eingezogen…