Zusammenfassung der Episode
Was bedeutet es, „selig“ zu sein? Im Evangelium nach Lukas (11,27–28) wird deutlich: Selig sind diejenigen, die das Wort Gottes hören und es befolgen. Für die katholische Theologin Marie Euteneuer ist das ein Aufruf zu einer bewussten Haltung. Glückseligkeit hängt nicht von Herkunft oder einer zugeschriebenen Nähe zu Gott ab, sondern davon, sich auf Gottes Wort einzulassen und danach zu handeln. Dieses Wort zeigt sich für Euteneuer besonders im Leben Jesu: in der Liebe zu Gott und zum Nächsten und in der Hinwendung zu Menschen am Rand der Gesellschaft. Die Bibel versteht sie dabei nicht als zeitloses Regelwerk, das wortwörtlich auf jede Situation übertragen werden kann. Vielmehr gilt es, die Bibel im jeweiligen historischen und menschlichen Kontext zu lesen. Entscheidend bleibt für sie die Haltung: hören – und dem Gehörten nachfolgen.Aus den Evangelium nach Lukas:In jener Zeit, als Jesus zum Volk redete, erhob eine Frau aus der Menge ihre Stimme und rief ihm zu: Selig der Schoß, der dich getragen, und die…
Was bedeutet es, „selig“ zu sein? Im Evangelium nach Lukas (11,27–28) wird deutlich: Selig sind diejenigen, die das Wort Gottes hören und es befolgen. Für die katholische Theologin Marie Euteneuer ist das ein Aufruf zu einer bewussten Haltung. Glückseligkeit hängt nicht von Herkunft oder einer zugeschriebenen Nähe zu Gott ab, sondern davon, sich auf Gottes Wort einzulassen und danach zu handeln. Dieses Wort zeigt sich für Euteneuer besonders im Leben Jesu: in der Liebe zu Gott und zum Nächsten und in der Hinwendung zu Menschen am Rand der Gesellschaft. Die Bibel versteht sie dabei nicht als zeitloses Regelwerk, das wortwörtlich auf jede Situation übertragen werden kann. Vielmehr gilt es, die Bibel im jeweiligen historischen und menschlichen Kontext zu lesen. Entscheidend bleibt für sie die Haltung: hören – und dem Gehörten nachfolgen.Aus den Evangelium nach Lukas:In jener Zeit, als Jesus zum Volk redete, erhob eine Frau aus der Menge ihre Stimme und rief ihm zu: Selig der Schoß, der dich getragen, und die…
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Auf das Wort Gottes hören - Gespräch mit Marie Euteneuer
GehörtWas bedeutet es, „selig“ zu sein? Im Evangelium nach Lukas (11,27–28) wird deutlich: Selig sind diejenigen, die das Wort Gottes hören und es befolgen. Für die katholische Theologin Marie Euteneuer ist das ein Aufruf zu einer bewussten Haltung. Glückseligkeit hängt nicht von Herkunft oder einer zugeschriebenen Nähe zu Gott ab, sondern davon, sich auf Gottes Wort einzulassen und danach zu handeln. Dieses Wort zeigt sich für Euteneuer besonders im Leben Jesu: in der Liebe zu Gott und zum Nächsten und in der Hinwendung zu Menschen am Rand der Gesellschaft. Die Bibel versteht sie dabei nicht als zeitloses Regelwerk, das wortwörtlich auf jede Situation übertragen werden kann. Vielmehr gilt es, die Bibel im jeweiligen historischen und menschlichen Kontext zu lesen. Entscheidend bleibt für sie die Haltung: hören – und dem Gehörten nachfolgen.Aus den Evangelium nach Lukas:In jener Zeit, als Jesus zum Volk redete, erhob eine Frau aus der Menge ihre Stimme und rief ihm zu: Selig der Schoß, der dich getragen, und die…
Von Dämonen und unreinen Geistern - Gespräch mit Marie Euteneuer
GehörtMarie Euteneuer versteht die Dämonen und unreinen Geister als Bilder für das, was Menschen gefangen nehmen kann – etwa eine Sucht oder andere Dinge, die von den Menschen Besitz ergreifen können. Jesus macht deutlich: Das Böse wird nicht durch das Böse überwunden. Entscheidend ist vielmehr die Befreiung durch Gottes Wirken. Doch frei zu sein von etwas bedeutet noch lange nicht, frei zu sein für etwas. Ein leer gewordener Raum kann wieder von dem eingenommen werden, was zuvor gefangen hielt. Deshalb brauchen gewonnene Freiräume eine neue, positive Gestaltung. Für Marie Euteneuer bedeutet das: Die Freiheit, die uns geschenkt wird, bewusst mit Gutem zu füllen und den eigenen Alltag entsprechend zu gestalten.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon ausgefahren war, da konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beélzebul, dem Herrscher der Dämonen, treibt er die Dämonen aus. Andere wollten ihn auf die Probe…
ich Zeit nehmen, um zuzuhören - Gespräch mit Marie Euteneuer
GehörtMaria oder Marta – wer macht es richtig? Im Evangelium nach Lukas (10,38–42) scheint Jesus zunächst die fleißige Marta zu kritisieren, während Maria, die ihm einfach zuhört, den „guten Teil“ erwählt hat. Doch Marie Euteneuer, theologische Referentin beim Katholischen Gemeindeverband Düsseldorf, möchte die beiden Schwestern nicht gegeneinander ausspielen. Beides gehört zusammen: Marta sorgt für Gastfreundschaft und schafft den Raum, in dem Maria überhaupt zuhören kann. Und doch braucht es auch den Moment, in dem die Arbeit liegen bleiben darf und Zeit zum Hören ist. Besonders spannend ist dabei das Frauenbild der Erzählung: Maria entscheidet selbstbestimmt, sich zu Jesus zu setzen, und Jesus respektiert und verteidigt ihren Platz. Vielleicht liegt darin auch eine Einladung für uns: Nicht immer nur zu organisieren und zu sorgen, sondern uns bewusst Zeit zu nehmen, zuzuhören – und einfach da zu sein.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn gastlich auf.…
"Ja, ich bete" - Gespräch mit Marie Euteneuer
GehörtFür Marie Euteneuer, theologische Referentin im Katholischen Gemeindeverband Düsseldorf, ist das Vaterunser ein Gebet, das sie seit ihrer Kindheit begleitet. Besonders faszinierend findet sie, dass es das Große und das Kleine des Lebens miteinander verbindet: „Dein Reich komme“ steht neben der ganz konkreten Bitte um das tägliche Brot. Das Vaterunser ist für sie zugleich Dank-, Bitt- und Heiligungsgebet und so universell, dass so viele Menschen sich darin wiederfinden können. Beten bedeutet für Marie Euteneuer dabei nicht nur, vorgefertigte Gebete zu sprechen. Vielmehr geht es darum, mit Gott im Gespräch zu sein und die eigenen Gedanken und Sorgen vor ihn zu bringen. Auch in ihrer Familie hatte das Gebet seinen festen Platz – beim Essen, vor dem Schlafengehen oder vor einer Reise. Für sie ist Beten vor allem Beziehung: Das Gebet gibt ihr die Möglichkeit, zu erfahren, dass sie mit dem, was sie bewegt, nicht allein ist.Aus dem Evangelium nach Lukas:Jesus betete einmal an einem Ort; als er das Gebet beendet…
"Gott ist kein Wunschautomat" - Gespräch mit Marie Euteneuer
GehörtIm Evangelium nach Lukas (11,5–13) ermutigt Jesus dazu, beharrlich zu bitten: „Bittet, dann wird euch gegeben.“ Für Marie Euteneuer bedeutet das jedoch nicht, dass Gebet wie eine Zauberformel funktioniert, die Gott zu einem Wunschautomaten macht. Vielmehr verspricht Jesus: Wir sind mit unseren Sorgen und Bitten nicht allein. Zugleich bleiben wir selbst in der Verantwortung. Wer etwa um Frieden bittet, ist auch aufgerufen, seinen eigenen Beitrag zum Frieden zu leisten. Das Evangelium verbindet so Vertrauen auf Gott mit menschlichem Handeln. Auch die Rede von den „bösen“ Menschen versteht Euteneuer nicht als endgültiges Urteil, sondern als Hinweis darauf, dass wir alle fehlerhaft sind. Gerade deshalb dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott uns seine Liebe und den Heiligen Geist schenkt. Für den Alltag bleibt die Erkenntnis: Nicht alles liegt in meiner Hand – aber für manches trage ich Verantwortung und sollte mich einbringen.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn einer…