Zusammenfassung der Episode
Wer etwas abklebt, will verdecken und legt dabei meist erst frei, worum es eigentlich geht. Ein Streifen Tixo über vier Buchstaben im Wappen, beim Walk-on in Bournemouth vor Premier-League-Publikum: Sturm hat Graz unsichtbar gemacht, um selbst sichtbar zu werden. Die 99ers haben die Stadt gleich ganz aus dem Namen gelöst, der GAK schimpft mit, und Präsident Christian Jauk rechnet vor, was ein Grazer Kind im Vergleich zu einem Wiener, Linzer oder Salzburger wert sei. Der Anlass: Die Holding Graz zieht sich ab der Saison 2027/28 aus dem Profi-Sponsoring zurück. Peter K. Wagner zieht das Klebeband vorsichtig ab, gemeinsam mit Moritz Ablinger, der aus der Vaterschaftskarenz zurück in die ballesterer-Redaktion gekehrt ist und die Geldflüsse der Liga kennt wie andere die Abseitsregel. Darunter kommt Unbequemes zum Vorschein: Sponsoring, das eigentlich Förderung ist. Ein Sportgroschen, der Wiener Klubs zur Kasse bittet, während Stadtbetriebe auf der Trikotbrust wieder Geld zurückspielen. Linzer Millionen, ohne die…
Wer etwas abklebt, will verdecken und legt dabei meist erst frei, worum es eigentlich geht. Ein Streifen Tixo über vier Buchstaben im Wappen, beim Walk-on in Bournemouth vor Premier-League-Publikum: Sturm hat Graz unsichtbar gemacht, um selbst sichtbar zu werden. Die 99ers haben die Stadt gleich ganz aus dem Namen gelöst, der GAK schimpft mit, und Präsident Christian Jauk rechnet vor, was ein Grazer Kind im Vergleich zu einem Wiener, Linzer oder Salzburger wert sei. Der Anlass: Die Holding Graz zieht sich ab der Saison 2027/28 aus dem Profi-Sponsoring zurück. Peter K. Wagner zieht das Klebeband vorsichtig ab, gemeinsam mit Moritz Ablinger, der aus der Vaterschaftskarenz zurück in die ballesterer-Redaktion gekehrt ist und die Geldflüsse der Liga kennt wie andere die Abseitsregel. Darunter kommt Unbequemes zum Vorschein: Sponsoring, das eigentlich Förderung ist. Ein Sportgroschen, der Wiener Klubs zur Kasse bittet, während Stadtbetriebe auf der Trikotbrust wieder Geld zurückspielen. Linzer Millionen, ohne die…
Folgen
Ist der Grazer Sponsoring-Protest gerechtfertigt?
GehörtWer etwas abklebt, will verdecken und legt dabei meist erst frei, worum es eigentlich geht. Ein Streifen Tixo über vier Buchstaben im Wappen, beim Walk-on in Bournemouth vor Premier-League-Publikum: Sturm hat Graz unsichtbar gemacht, um selbst sichtbar zu werden. Die 99ers haben die Stadt gleich ganz aus dem Namen gelöst, der GAK schimpft mit, und Präsident Christian Jauk rechnet vor, was ein Grazer Kind im Vergleich zu einem Wiener, Linzer oder Salzburger wert sei. Der Anlass: Die Holding Graz zieht sich ab der Saison 2027/28 aus dem Profi-Sponsoring zurück. Peter K. Wagner zieht das Klebeband vorsichtig ab, gemeinsam mit Moritz Ablinger, der aus der Vaterschaftskarenz zurück in die ballesterer-Redaktion gekehrt ist und die Geldflüsse der Liga kennt wie andere die Abseitsregel. Darunter kommt Unbequemes zum Vorschein: Sponsoring, das eigentlich Förderung ist. Ein Sportgroschen, der Wiener Klubs zur Kasse bittet, während Stadtbetriebe auf der Trikotbrust wieder Geld zurückspielen. Linzer Millionen, ohne die…
SECHS AUF EINEN STREICH
Gehört317.Runde // SECHS AUF EINEN STREICH Das tapfere Schneiderlein schaffte sieben auf einen Streich, Sturm reichten in Liebenau sechs. Streiche gab es an diesem Wochenende ohnehin genug. Die Holding Graz strich die Stadt auf der LED-Bande durch, wir streichen satirisch mit und rechnen nach, was im Kurier-Bericht zum Wiener Sportgroschen fehlt. Dann das Derby: Christopher Cvetko schießt den GAK in Führung, ehe die schwere Verletzung von Daniil Khudyakov den Abend durchstreicht. Beide Teams bilden einen Kreis, danach treffen Luca Weinhandl, Jürgen Heil und dreimal Oumar Diakite. Fünf Tore in 14 Minuten, ein Matchplan in Fetzen. Gute Besserung, Daniil. Rapid streicht beim 3:1 gegen Hartberg die letzten Zweifel, Johannes Hoff Thorup erklärt, warum Kreativität einen Plan braucht. Der LASK streicht in Lustenau die Krise, Sasa Kalajdzic eröffnet das 4:0. Die Austria bleibt dagegen auf der Liste der offenen Posten: Johannes Eggestein trifft doppelt, Ried gewinnt trotzdem 3:2, auch dank Philipp Pomers Freistoß in den…
WATSCHN AUS EUROPA, LIEBE AUS SEOUL
GehörtEs gibt Wochen, in denen der österreichische Fußball Tennis spielt – und zwar gegen die Weltrangliste. Der LASK gibt bei seiner Champions-League-Heimpremiere den ersten Satz mit 3:6 an Liverpool ab, Salzburg kassiert gegen Milan ein 0:4, das sich anfühlt wie ein Satz ohne eigenes Aufschlagspiel, und Sturm kämpft in Bournemouth um jeden Ball, trifft einmal nur das Netzband – Pardon, die Stange – und verliert 0:3. Immerhin serviert Florian Flecker gegen die Reds wieder Asse, als hätte er seit 2023 nichts anderes trainiert. Doch wer im Einzel untergeht, hat daheim noch das Doppel: Am Tivoli kehrt nach zehn Jahren das Westderby zurück, Wacker gegen Austria Salzburg, 16.125 Zuschauer, ausverkauft, ein Match, bei dem sogar der Schiedsrichterstuhl wackelt. In Liebenau treffen Sturm und GAK aufeinander, während die Stadt Graz gerade die Bespannung vom Schläger nimmt und das Profisponsoring streicht. Die schönste Wildcard des Herbstes kommt aber aus Seoul: Young-heon Lim legt seine Hochzeitsreise so, dass sie über…
DIE LEGENDÄRSTEN GRAZER DERBYS
GehörtEigentlich hätten wir am Montag auf einer Bühne gestanden, stattdessen standen wir im Archiv. Zwei Männer, die bei GAK und Sturm das Gedächtnis ihres Vereins verwalten, zogen für uns die Laden auf, in denen Graz seine Derbys abgelegt hat. Mike Rath greift zur roten Mappe, Aufschrift Februar 2005: ein 4:0, und ein Interview, das Günther Neukirchner unsterblich machte – samt Respekt vom Gegner für den Mut, sich hinzustellen. Benni Sikora blättert in der schwarzen Akte bis Mai 1999, als Jan-Pieter Martens in der Nachspielzeit die Titelverteidigung auf Kurs schoss, während es auf einer Platzhälfte regnete und auf der anderen die Sonne schien. Dazwischen liegen die Fächer, die man lieber zugesperrt ließe: das 0:5 von 2003, der Abschied in die derbylosen Jahre 2007, ein Wirtshaus in Dornbirn, in dem nur die Erinnerung an alte Sturm-Tormänner die Stimmung rettete. Wir stöbern in Sandkisten, in denen man rot oder schwoaz wird, in einem Hundewitz aus Zeiten der Zusatztribünen und in der Frage, ob eine Stadt ihren…
HÜTTELDORFER TIKI TAKA
Gehört315.Runde // LANG LEBE LANG Goethe hätte seine Farbenlehre umschreiben müssen, wäre er am Samstag am Tivoli gewesen: Dort lief die SV Ried erstmals in Grau-Pink auf, und ihre Fans blieben daheim. Paul von Stadt, Land, Stadion erklärt, warum ein Sponsor bei einem Mitgliederverein plötzlich Farbe bekennen darf, wie knapp die Mitgliederversammlung ausging und weshalb fünf Auswärtsspiele in Pink trotzdem ein Kompromiss sind. Sportlich sah Ried nicht rot, sondern drei Punkte: 2:1 bei der WSG, gespielt in einer Stille, in der man Mario Despotovic bis nach Wattens hörte. Grau in Grau? Mitnichten. Das 0:0 zwischen GAK und Salzburg hatte mehr Farbtupfer als manches 3:2, weil Gerald Scheiblehner den Rotjacken Klarheit in den Pinsel gelegt hat. In Favoriten malte Oumar Diakite die Austria mit zwei Toren blass, über das Standbild vor seinem Elfmeter wird noch zu reden sein. Tiefrot sieht der WAC: 0:3 in Altach, wieder ein Ausschluss, und die Frage, ob dieser Kader für den Klassenerhalt reicht, spaltet sogar das Studio.…
Rapid auf Kurs, WAC auf Grund
GehörtZwei Wochen lag die Liga im Trockendock, jetzt wird sie wieder zu Wasser gelassen – und nicht jedes Boot ist gleich seetüchtig. Fabio Schaupp und Peter K. Wagner klopfen vor dem Stapellauf der 8. Runde die Rümpfe ab. Rapid kreuzt als Tabellenführer Richtung Linz, wo der LASK in der Raiffeisen Arena vor Anker liegt. Unser Rapid-Kenner Patrick funkt aus Hütteldorf, wie Johannes Hoff Thorup die Pause genutzt hat und warum nach der Abreibung in Salzburg vor allem die Arbeit nach hinten zählt. Ganz unten im Schnabelholz treffen zwei leckgeschlagene Kähne aufeinander: Altach-Scout Laurenz erklärt, warum Ognjen Zaric trotz Torflaute nicht vom Kurs abweicht, beim WAC ist die Präsidentenjacht inzwischen gehoben – ob die Mannschaft wieder schwimmt, klärt erst der Sachverständige am Sonntag. Sturm sticht mit Rumpfmannschaft zur Austria in See, weil Otar Kiteishvili schon wieder verletzt vom Nationalteam heimgekehrt ist. Abseits der Heimatgewässer heuert Daniel Beichler in Kortrijk an, David Alaba geht in Udine vor…
Gesucht: Österreicher | Bonusrunde Schottland, Teil 2
GehörtAberdeen nennt sich Ölhauptstadt Europas, doch die ergiebigste Quelle liegt neuerdings nicht in der Nordsee, sondern zwischen Altach und Linz. Im zweiten und finalen Teil unserer Schottland-Bonusrunde stehen wir im Sommerwind der Granite City und schauen den Dons beim Bohren zu. Alexander Briedl ist das jüngste Fass aus der Bundesliga-Förderung: Er erzählt, wie aus Videocalls ein Vertrag wurde, warum der Abschied von Blau-Weiß Linz nicht der war, den er sich gewünscht hätte, und weshalb das Wetter im Norden alle halbe Stunde die Richtung wechselt. Dann öffnet der Ingenieur der Plattform seine Messdaten: Sportdirektor Lutz Pfannenstiel erklärt, warum kaum eine Liga der schottischen so ähnlich ist wie unsere – Umschaltmomente, Sprints, Tempo von Strafraum zu Strafraum. Wer hier bohrt, trifft. Dazu gibt es Rangers-Hass im Taxi, amerikanische Investoren, ein Loblied auf Michael Köllner und ein paar Worte über Danny Röhl, der die Pipeline gerade in die Gegenrichtung nach Salzburg verlegt hat. Und manchmal schaut…
LANG LEBE LANG
Gehört315.Runde // LANG LEBE LANG Jedes Jahr hinterlässt einen Ring im Holz, und diese Länderspielpause war ein besonders dicker: 21 Werktage ohne Bundesliga. Kein Wunder, dass die erste Runde aus dem neuen Studio – es riecht noch nach frisch geöltem Holz aus Jakobs Wald – mit der Frage beginnt, wie lange so ein Winter im Oktober eigentlich dauern darf. Im äußersten Ring liegt das 1:1 in Pristina, wo Christoph Lang nach einem langen Einwurf die Stirn ansetzt und Österreich den Punkt rettet. Gleich darunter splittert es: Die U21 verspielt gegen Dänemark wohl ihr EM-Ticket, obwohl kaum ein Jahrgang je so viel Marktwert mitgebracht hat. Ein Ast bricht auch in Salzburg, wo Justin Omoregie schon wieder verletzt ist. Dazwischen wachsen die Testspiele weiter – Lustenau gegen Schalke vor ausverkauftem Haus, Blau-Weiß Linz ärgert die Bullen beim Stadionfest in Pischelsdorf –, und Kick It Like Women bringt vom ersten großen Wiener Frauen-Derby einen 6:0-Kahlschlag der Austria und eine kuriose Ticketposse mit. Tief im Kern:…
ÖFB SPORTDIREKTOR GESUCHT: IR(R)EN VERBOTEN
GehörtKolumbus brauchte drei Schiffe, um eine neue Welt zu entdecken. Uns reicht am 12. Oktober ein Stockwerk: Gemeinsam mit ganzGraz laden Peter K. Wagner und Fabio Schaupp zum Derby-Talk ins Grazer Stockwerk – erst über Sturm, GAK und den Fußball, dann über jene Stadionfrage, die in Graz älter wirkt als so manche Seekarte. Die Route dorthin führt über Linz, das Peter auf seiner Landkarte der schönsten Landeshauptstädte eher an den Rand zeichnet, während Fabio tapfer die Linzer Flagge hisst. In Dublin fand das Nationalteam nach einem 0:2 zur Pause beim 2:2 gegen Irland doch noch festen Boden: Alexander Prass und Michael Gregoritsch holten den Punkt, Saša Kalajdžić steuerte als LASK-Matrose vorne wieder von Beginn an. Weiter südlich hat David Alaba in Udine neues Land betreten, wo Alumnus Sandi Lovrić bereits vor Anker liegt. Der einstige Sturm-Kicker erklärt, warum man im Hafen auf seine Chance warten muss – und warum Luca Weinhandl beim Blick auf Preisschilder lieber wegschauen sollte. Dazu: Testspiele von GAK…
Zwischen Regen und Rausch – Raphael Sallinger | Bonusrunde Schottland, Teil 1
GehörtTormänner kennen den Winterschlaf besser als jeder Bär. Raphael Sallinger hat ihn in Etappen gehalten: mit 16 schon in der Regionalliga, dann in Kaiserslautern, wo Gerry Ehrmann seine Schützlinge nicht sanft weckt, sondern mit Bällen aus fünf Metern aus dem Bett schießt. Danach der WAC, die Bank, die Nummer zwei, zeitweise die Nummer drei – eine Karriere im Energiesparmodus, in der er, wie er sagt, nie an sich selbst gezweifelt hat, sehr wohl aber an der Situation. In Hartberg läutete der Wecker, als René Swete im Jänner 2023 überraschend aufhörte, und aus dem Reservisten wurde der Rückhalt eines Klubs, der mehr als einmal am Abgrund stand. Endgültig aufgewacht ist er dort, wo der Winterschlaf zumindest klanglich schon im Vereinsnamen steckt: bei Hibernian in Edinburgh. Wir haben ihn in seinem Wohnzimmer besucht, während draußen der schottische Regen seinem Tagwerk nachging, und über Flanken im Seitenwind, das Gehaltsgefälle zur Bundesliga, ein Derby, in dem nur ein Satz zählt, und jenen Moment im Celtic…
DER EINSER UND DER FETZN
Gehört314.Runde // DER EINSER UND DER FETZN Manchmal reißt ein Fetzn, manchmal wird einer gestohlen, und in Runde 314 liegt beides auf dem Nähtisch. Ralf Rangnick hat sein ÖFB-Team neu zugeschnitten, und das 3:1 gegen Franco Fodas Kosovo sitzt wie ein Maßanzug aus frischem Stoff. David Affengruber köpfelt die erste Naht, Junior Adamu setzt mit seinem ersten Teamtor den Zierstich, Carney Chukwuemeka säumt ab. Christian Zawieschitzky hält im Tor die Fäden zusammen, als hätte er nie etwas anderes getan. Ist das schon der Stoff, aus dem Österreichs Nummer eins der nächsten Jahre geschneidert wird? Nikolas Veratschnig und Vasilije Markovic kommen als neue Muster ins Gewebe, und Peter hebt sein Ginger Beer auf Adamu. Weniger feierlich wird es in Venedig: Aus einem aufgebrochenen Auto verschwinden zwei Fetzn der Ultras Rapid. Mit dem ballesterer fragen wir, was der Kodex jetzt verlangt und wer im Block West die Fäden in die Hand nehmen könnte. Rapid und Venezia teilen sich derweil ein Trikot aus zwei Hälften, das Spiel…
ENE, MWENE, UDINE ...
GehörtSeit Donnerstag ist es offiziell: David Alaba hat seinen Beziehungsstatus geändert. Nach drei Monaten Single-Dasein ist Österreichs Kapitän jetzt „in einer Beziehung mit Udinese“, kennengelernt beim Abendessen in Fagagna, Trainer Kosta Runjaić mit am Tisch. Wir blättern im Fotoalbum der Friulaner zurück bis zu Roman Schramseis junior, dem ersten Österreicher dort, und klären, warum Sebastian Prödl zwar unterschrieb, aber nie spielte. Beim Nationalteam steht der Status derweil auf „Es ist kompliziert“. Arnautović hat Schluss gemacht, Sabitzer nimmt eine Auszeit, und beim 3:1 gegen Israel verletzt sich Neo-Kapitän Gregoritsch ausgerechnet beim ersten Date mit der Schleife. Dafür flirtet Rangnick plötzlich mit Linz: Saša Kalajdžić holt den Elfer raus und trifft selbst, Sascha Horvath und Christoph Lang feiern ihr Debüt, ein LASK-Dreieck ausgerechnet auf der Gugl. Israels Torschütze Abu Farchi beendet die Beziehung zu seiner eigenen Mannschaft per Billard-Jubel und Gelb-Rot. Außerdem: Die Austria-Frauen…
Ohne Alaba, Arnautović und Schöttel: Wie schafft der ÖFB den Umbruch? Bonusrunde mit Gerald Gossmann
GehörtScherben bringen Glück, sagt man – und Ralf Rangnick scheint entschlossen, das Sprichwort wörtlich zu nehmen. Nach dem WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Spanien soll es im Nationalteam wieder scheppern, und am ÖFB-Campus klirrt es bereits: Sportdirektor Peter Schöttel wurde nach neun Jahren vom Tisch geräumt, Marko Arnautović hat sein Gedeck selbst abgetragen, Marcel Sabitzer lässt seinen Platz vorerst leer, und David Alaba wartet noch auf einen Verein, der ihm einen Sessel anbietet. Zu diesem Polterabend hat Peter K. Wagner einen Gast geladen, der in der Verbandsküche jedes Geschirrteil beim Namen kennt: ÖFB-Experte Gerald Gossmann. Gemeinsam kehren sie die Scherben zusammen. Warum das Pressing-Porzellan, einst Österreichs Tafelsilber, heute in jeder Nationalteam-Vitrine steht. Weshalb die These, das Pressing habe eine Generation an Dribblern verdorben, zu kurz greift. Wer nach Arnautović und Alaba den Schmäh in die Kabine trägt, was die Einberufung von Vasilije Markovic bedeutet und ob bald ein 19-jähriger…
GRÜN-WEISSER HERBSTFERIEN-HYPE
Gehört312.Runde // GRÜN WEISSER HERBSTFERIEN HYPE Der letzte Schultag vor den Ferien hat seine eigenen Gesetze. Wer vorne sitzt, packt die Tasche mit einem Lächeln, wer hinten sitzt, mit einem Stapel Hausübungen. Die Admiral Bundesliga schickt ihre Klasse in die neuen Herbstferien, 19 Tage ohne Ligafußball, und in der ersten Reihe sitzt, man glaubt es in Hütteldorf selbst noch kaum, der SK Rapid. Das 3:0 gegen die WSG Tirol war dabei keine brave Schularbeit, sondern ein Nachmittag mit Pfeifkonzert: ein Handspiel, das nach dem VAR-Check keines sein durfte, 18.000 Stimmen gegen Harald Lechner und ein Johannes Hoff Thorup, der zum ersten Mal die Contenance verlor. Dazu ein Yusuf Demir, der wieder so flankt, dass man sich fragt, wie viel Rapid diesmal an ihm verdient. Und weil Leihschüler bekanntlich die besten Noten heimbringen, trafen Andrija Radulovic in Hartberg und Dominik Weixelbraun in Lustenau gleich mit für den Tabellenführer. Die Hausübungen sind gerecht verteilt. Der LASK jubelt beim 3:1 in Hartberg wie…
SALZBURGER MANN-SCHAFTSLEISTUNG
GehörtVorhänge erzählen mehr, als sie verdecken. Peters Exemplar in Balatonszárszó ist geschätzt Baujahr 1994 und hängt in einem Hotel, das aussieht, als hätte es gestern eröffnet — ein Möbelstück, das nicht weiß, dass es aus der Zeit gefallen ist. 1994 war auch das Jahr, in dem sich für einen kroatischen Stürmer in Salzburg der Vorhang zweimal zu früh schloss. 0:1 in Wien, 0:1 in Mailand, Inter feierte, und ein junger Peter weinte zum ersten Mal wegen eines Fußballspiels. Nikola Jurčević ist am Montag 60 geworden. Er ist unser Alumnus. In Liebenau fiel der Vorhang diesmal mitten im Stück. 86. Minute, der Ü-Wagen ohne Strom, das Bild weg — und weil niemand mehr sah, was sich im Strafraum abspielte, sah auch der Videoschiedsrichter nichts. Die Liga verortet den Fehler "ausschließlich aufseiten der von der Bundesliga beauftragten Basissignal-Produktion" (Statement der Österreichischen Fußball-Bundesliga, bundesliga.at, 16.9.2026). Zwei Tage später zieht dieselbe Liga den Vorhang auf und lässt Schiedsrichter ihre…
Tabellenletzter Altach in Lustenau: Jan Zwischenbrugger über das Ländle-Derby am Samstag
GehörtEs gibt Karrieren, die enden mit einem Abschiedsspiel. Und es gibt Jan Zwischenbrugger, dessen Karriere mit einem Meniskusriss und einem Stundenplan endete. Zehn Jahre Altach, 233 Ligaspiele, davor drei Jahre und 83 Partien bei der Lustenauer Austria: Kaum jemand kennt das Ländle-Derby von beiden Seiten des Rheins so gut wie er. Am Samstag steigt es erstmals im neuen Lustenauer Stadion, ausverkauft seit Wochen, und der Mann, der es jahrelang mitgeprägt hat, wird es im Wohnzimmer schauen. Nicht aus Trotz, sondern weil er sich bewusst von den Plätzen ferngehalten hat: Tochter, Hausbau, Wochenenden, die zum ersten Mal seit zwanzig Jahren keine Fixtermine mehr sind. Stattdessen unterrichtet er Deutsch und Sport und stellt fest, dass die Fußballexpertise im Lehrerzimmer stärker nachgefragt wird als im Klassenzimmer. Dass eine Mittelschulklasse am Montagmorgen leichter zu bändigen ist als ein Bundesligastürmer, liegt an den Namen, die er aufzählt, wenn man ihn nach den unangenehmsten fragt: Erling Haaland, Rasmus…
LASK SCHLÄGT SICH SELBST
Gehört312.Runde // LASK SCHLÄGT SICH SELBST Fabio Ingolitschs Elf lässt den bis dahin makellosen LASK genau in dem Moment aufblitzen, in dem anderswo ohnehin schon der Strom flackert: Neun Siege am Stück, dreizehn Spiele ohne Niederlage, und dann kommt Oumar Diakité, kaum eingewechselt, trifft bei seinem Debüt zum 2:1 — und fast niemand sieht, was danach passiert. Denn während Otar Kiteishvili in der Nachspielzeit den möglichen dritten Treffer liegen lässt, fällt in der Basissignalproduktion tatsächlich der Strom aus. Keine Bilder, kein Elfmeter, nur ein Balken oben links und die Erinnerung an den Satz, mit dem die Folge begann: "Wir garantieren heute keinen Bildausfall." Die Fußballgötter hören mit. Drumherum ein Spieltag, der Gewichte verschiebt. Der WAC verliert nicht nur 0:3 gegen einen wieder treffsicheren Rapid, sondern auch Nicolas Wimmer für lange Zeit. Austria Wien braucht bis zur 93. Minute und einen umstrittenen Kelvin-Boateng-Nachschuss, um Lustenau doch noch zu bezwingen. Beim GAK bringt Gerald…
Perchtold hebt ab: GAK-Sportvorstand im Erstinterview | LASK 0:1 in Athen, Sturm gegen den Leader, Austria Wien holt Valentino Müller, Ried holt Kiese Thelin
GehörtEs gibt Wochen, in denen fährt der Lift des österreichischen Fußballs in beide Richtungen gleichzeitig — und keiner weiß, wer gerade auf welchem Knopf sitzt. Marco Perchtold steigt ein. Der frühere GAK-Kapitän übernimmt beim Grazer AK den neu geschaffenen Posten des Sportvorstands, Tino Wawra trägt ab Oktober wieder die volle sportliche Verantwortung, Andreas Lienhart geht zurück ins Scouting. Perchtold hat abgehoben — wörtlich, denn sein erstes Interview in der neuen Funktion gibt er live am Telefon, mitten in dieser Vorschau. Timon hat übrigens keine Fragen mehr. Ehrlich gesagt: Fabio auch nicht. Ein Stockwerk höher drückt der LASK den Knopf zur Königsklasse. In Nea Filadelfia bleibt der Lift dann zwischen zwei Etagen stehen. 0:1 bei AEK Athen, ein Freistoß von Răzvan Marin, ein per VAR aberkanntes 2:0, ein Kopfball von Saša Kalajdžić in der Nachspielzeit knapp drüber. Fünf Siege aus fünf Ligaspielen, 15:2 Tore — und in Europa noch immer die Lehrlingsnummer. Am Sonntag geht es nach Graz, wo Sturm ohne den…
VAR in Österreich, Saison sechs: David Reisenauer im Talk | Sportec Solutions statt Hawk-Eye, zwei Kameras mehr pro Stadion, Checkdauer und die Kritik aus den Fankurven
GehörtDer Videoschiedsrichter zieht Linien. Das ist sein halber Job: eine beim Verteidiger, eine beim Angreifer, dazwischen die Wahrheit. In Österreich zieht sie noch ein Mensch, per Hand, dreimal hintereinander – Abspielzeitpunkt, Körperteil, Körperteil. Drei Handgriffe für eine Entscheidung, die angeblich schwarz-weiß ist. David Reisenauer zieht auch Linien, nur andere. Der Vorstand Spielbetrieb der Bundesliga verantwortet die Technik: die Ausschreibung, den Wechsel von Hawk-Eye zu Sportec Solutions, zwei zusätzliche Kameras pro Stadion plus Scoutingfeed. Im Lauf des Herbstes hat der VAR damit mehr Bilder zur Verfügung als die TV-Produktion, die uns daheim versorgt. Alles danach, alles was mit Entscheiden zu tun hat: Linie überschritten. Dafür ist der ÖFB zuständig. Man kann diese Grenzziehung sauber finden. Man kann auch fragen, warum der zuständige VAR-Manager des ÖFB für dieses Gespräch nicht zur Verfügung stand. Und warum die Plattform, die bis vergangene Saison jede Runde erklärt hat, was der VAR da…
Bischofshofen 0:7 Altach: ein 62-Jähriger, ein 15-jähriger Tormann und das letzte Spiel eines Vereins | ÖFB-Cup-Achtelfinale ausgelost, LASK vor dem Champions-League-Debüt bei AEK Athen
Gehört311.Runde // CUP RUNDE, OHNE WUNDER In Bischofshofen hat eine Gemeinde die Schlösser ausgetauscht. Am Freitag ist in Altach die Tür dann endgültig zugefallen. 0:7 gegen den Vorjahresfinalisten, ein Heimspiel, das keines war, weil der BSK 1933 kein Zuhause mehr hat und das Heimrecht tauschen musste. Auf dem Platz ein 62-Jähriger, der seine Karriere im Jänner 1992 beendet hatte und in der 79. Minute zum ältesten Spieler der ÖFB-Cup-Geschichte wurde. Daneben ein 57-jähriger Radiogeschäftsführer und ein 15-jähriger Tormann. Der offene Brief des Vereins endet mit vier Buchstaben und einer Jahreszahl: R.I.P. BSK 1933. Wir haben mit Patrick Reiter gesprochen, der den Klub bis zuletzt geführt hat, und stellen daneben, was die Salzburger Nachrichten über ihn schreiben. Zwei Schlüssel, ein Schloss, keine gemeinsame Tür mehr. Sonst blieb in dieser Runde alles zu. Erstmals seit 2003 stehen alle zwölf Bundesligisten im Achtelfinale — der WAC nur, weil er sich in Parndorf mit zehn Mann ins Elfmeterschießen gerettet hat.…
Deckel drauf | Salzburg 5:1 Rapid, Deadline Day mit Transferexperte Eric Niederseer, LASK makellos, Austria Letzter und ein Alumnus am Zebrastreifen
GehörtUm 17 Uhr ist in Österreich der Deckel draufgegangen. Sechs Minuten später saß Eric Niederseer bei uns – der Mann, den sie hierzulande den Fabrizio Romano nennen, was er selbst nicht ganz mag. Er hatte trotzdem noch etwas zu verkünden. Nur keinen Namen. Was für ein Sommer: 146 Millionen Euro Einnahmen, so viel wie seit fünf Jahren nicht. Und trotzdem stand in Hütteldorf am Ende ein Sportdirektor da, dessen Telefon heiß lief und dem der Sechser bis zur letzten Minute durch die Finger rann. Vor exakt einem Jahr haben wir eine Folge "Markus Katzer Transfergott" genannt. Part two fällt ambivalenter aus. Die Notbremse zieht in dieser Woche ohnehin jeder. Raffael Behounek nach 110 Sekunden – wofür ihm der LASK trotzdem erst ab der 54. Minute dankte. Rapid, das in Salzburg vom eigenen Höhenflug 1:5 ausgebremst wurde, weil Haris Tabaković diesen Cheatcode mitgebracht hat, den drei Klubs dieser Liga besitzen und neun nicht. Und die Austria, die gegen die WSG gar nicht mehr zum Bremsen kam und als Letzter dasteht.…
WSG Tirol im ÖFB-Cup beim Admira-Bezwinger Leithaprodersdorf – Bonusrunde vor Ort: Mario Santner über den Bundesligisten, Josef Bauer über die Regionalliga, dazu Szabolcs Sáfárs Doppelrolle
GehörtEs gibt Grenzen, die verschwinden nie ganz. Die Leitha war einmal die Trennlinie zwischen dem Erzherzogtum Österreich und dem Königreich Ungarn, Cisleithanien hier, Transleithanien dort, ein Herrscher für beide, zwei Verwaltungen. Auf der einen Seite liegt bis heute Deutsch Brodersdorf in Niederösterreich, auf der anderen Leithaprodersdorf im Burgenland. Grenzen halt. Eine davon verläuft seit dem 26. Juli mitten durch den ÖFB-Cup. Der SV Leithaprodersdorf, Landesligist aus einer Gemeinde mit gut 1.200 Einwohnern, hat die Admira mit 2:1 aus dem Bewerb geworfen, 48 Jahre nach dem letzten Cup-Auftritt an der Leitha. Am Samstag kommt die WSG Tirol in die LeithArena. Wir waren vorher dort. Obmann-Stellvertreter Josef Bauer erzählt von 180 Nachwuchskindern, einem Kabinenneubau und davon, warum das Meistergespenst momentan schwerer wiegt als jeder Zweitligist. Trainer Mario Santner rechnet vor, wie oft man so ein Spiel verliert und was man mit der einen Ausnahme macht. Dazwischen taucht Szabolcs Sáfár auf, der bei…
Salzburg fertigt die Austria mit 4:1 ab, LASK und Rapid bleiben ungeschlagen, der GAK kommt gegen den WAC trotz Überzahl nicht über ein 0:0 hinaus | Kalajdzics Comeback
Gehört310.Runde // Kalajdžić, bist du deppert? Es gibt Rollen, die man sich verdienen muss, auch wenn längst klar ist, wer sie am besten spielt: Christoph Lang durfte diese Saison bisher nur von der Bank aus vorspielen, ein Satz, ein Tor, Applaus, zurück in die Kulisse. Gegen Altach bekommt er endlich die Hauptrolle von Anfang an – und dankt es mit einem Doppelpack (3., 19.), vier Saisontore, Höchstwert der Liga. Florian Flecker veredelt mit einem Traumtor, das an seinen Liverpool-Kracher erinnert, das 3:0, mit dem der LASK vier Tage nach dem Wunder von Linz einfach weiterspielt, als wäre nichts gewesen. Diese Selbstverständlichkeit greift auch hinter den Kulissen um sich: Präsident Siegmund Gruber trägt im Sky-Interview den engsten Anzug der Liga, so stolz, als wäre bereits Champions-League-Premiere. Und weil eine große Bühne großes Personal braucht, wird gleich weiter aufgestockt: Der verlorene Sohn Sasa Kalajdzic kehrt aus Wolverhampton zurück, weil er weiß, wo gerade die besseren Rollen verteilt werden.…
24 Stunden Europacup: LASK dreht 0:4 gegen Celtic, Rapid fliegt gegen Hearts raus, Salzburg und Austria | Transfer-Endspurt in der Admiral Bundesliga
GehörtEin Pendel braucht 24 Stunden von Linz nach Hütteldorf, und es schlägt dabei durch das gesamte Gefühlsspektrum, das dieser Liga zur Verfügung steht. Am Dienstag hängt der LASK mit vier Toren hinten und steht am Ende trotzdem in der Champions League, gegen Real Madrid, gegen Liverpool, gegen Porto. Am Mittwoch führt Rapid, hat einen Mann mehr, hat die Conference League vor Augen — und findet im Elfmeterschießen trotzdem einen Weg hinaus. Dazwischen schlägt das Pendel auch noch nach Salzburg, wo Mjällby ordentlich abgeräumt wird, und nach Favoriten, wo die Austria gegen Braga das Ende ihrer Europacup-Saison erlebt. Fabio meldet sich dazu direkt aus dem Auto, was der Tonqualität anzuhören ist und der Analyse überhaupt nicht schadet. Timon Ramp sitzt Peter im Studio gegenüber und hält das Pendel dort ruhig, wo es sonst ausschlagen würde: bei Gerald Scheiblehner, der beim GAK übernimmt und den Timon aus vier Blau-Weiß-Jahren besser kennt als die meisten. Bei Dominik Fitz, der nach einem sehr überschaubaren Jahr…
Vom Punkteabzug in die Champions League: Johannes Tartarotti über Altach, Bregenz und den Wechsel zum kambodschanischen Meister Svay Rieng
GehörtEs kommt nichts. Diesen Satz hat Johannes Tartarotti in acht Profijahren öfter gehört, als einem Fußballer guttut. In Wiener Neustadt kam die Punkteprämie nicht. Gezahlt wurde erst, als er längst weg und der Klub die Lizenz los war. In Altach kam nach jedem Trainerwechsel zuerst einmal die Chance nicht — über zehn Trainer in sechs Jahren, und jedes Mal begann er wieder ganz hinten. 2023 lief der Vertrag aus, und danach kam gar nichts mehr: Monate ohne Verein, mit 24, nach 77 Bundesligaspielen. In St. Pölten kam im Frühjahr die Finanzierung abhanden. In Bregenz kamen die Gehälter monatelang nicht, dafür drei Strafpunkte schon vor dem ersten Spiel — und der Klassenerhalt kam am Ende nicht von der eigenen Mannschaft, sondern von den Insolvenzen der anderen. Dann kam ein Anruf, mit dem er nicht gerechnet hatte. Kambodscha. Er musste erst nachschauen, wo das liegt. Was dann kam, war der professionellste Termin seiner Karriere: General Manager, Trainer, Head of Medical, Videoanalyse seiner eigenen Aktionen. Dazu…
Sturm Graz enttäuscht gegen Lustenau, Hartberg gewinnt spät in Altach, Ried bezwingt den GAK – dazu LASK vor dem Celtic-Rückspiel, das Orakel und Sangarés Brentford-Debüt
Gehört309.Runde // WAS FEHLT STURM In der 93. Minute hört die Zeit meist auf zu existieren – für den TSV Hartberg begann sie am Samstag erst richtig zu ticken. Benjamin Markuš, eher fürs Zweikampfführen als fürs Vollenden bekannt, lässt den Ball genau dann ins lange Eck fallen, als in Altach schon die Duschen liefen – der erste Saisonsieg, herbeigezittert bis zur letzten Umdrehung des Sekundenzeigers. Eine Etage weiter westlich tickt die Uhr anders: In Ried dauert der Videobeweis so lange, dass der Schiedsrichterassistent zwischendurch Kaffee hätte kochen können – am Ende zählt nur, dass Anderson zwar sauber trifft, Alexander Hofleitner davor aber aus minimaler Abseitsposition eingreift, und Ried den knappen 1:0-Big-Point per Sissoko-Elfmeter behält, während GAK-Interimscoach Joachim Standfest live über Auslegungssache philosophiert. Sturm Graz wiederum hatte diese Woche so viel Zeit wie kaum ein Klub der Liga – keine Europacup-Partie, ausgeruhte Beine, ein Aufsteiger zu Gast, der bislang jede Partie getroffen hat…
LASK und Austria verlieren, Rapid holt Remis in Schottland, Salzburg trifft spät in Schweden. Massombo Update, dazu die Vorschau auf das Rumpfwochenende
GehörtÖSTERREICH HAT EIN DISTANZPROBLEM Diese Woche sind gleich vier heimische Vertreter für den Europacup ins Flugzeug gestiegen, und nur einer kam mit einem Sieg im Gepäck zurück. Salzburg gewann in einem schwedischen Fischerdorf nur, weil Konaté einen Verteidiger quasi ins eigene Abteil schubste. Rapid saß in Edinburgh zwischenzeitlich auf der Verliererbank, ehe Wurmbrand von der Ersatzbank aus noch das 2:2 rettete. Austria Wien stieg in Braga wieder aus, mit Buhari als wiederkehrendem Elfmeter-Verursacher. Und der LASK durfte in Glasgow bei zwanzig eigenen Abschlüssen nur zusehen, wie Celtic aus dem Nichts traf und mit 0:3 gewann. Trainer Didi Kühbauer bleibt derweil sitzen, wo er ist: Vertrags- verlängerung beim LASK bis 2029, ein Angebot aus Russland lässt er stehen wie eine Haltestelle, an der man einfach nicht aussteigt. Am Wochenende fährt die Liga ohnehin im Rumpftakt: nur drei Spiele, der Rest wegen Europa auf nächste Woche verschoben. Und wer sonntags aussteigen will, findet diesmal nicht einmal ein…
LASK gegen Celtic: Wie schlagbar sind die Schotten? | Champions-League-Play-off
GehörtGespenster brauchen keine Ablöse. Sie sind einfach schon da, wenn die Mannschaft in den Celtic Park einläuft. Peter hat sich für diese Bonusrunde jemanden geholt, der sie beim Vornamen kennt: Tino, Host und Gründer von „Celtic Exchange", früher selbst beim Klub angestellt. Und Tino zählt sie auf, eines nach dem anderen. Kairat Almaty, vor genau zwölf Monaten: torlos in Glasgow, torlos in Kasachstan, raus im Elferschießen — und dahinter die Erkenntnis, dass ein Verein mit dieser Geschichte schlicht vergessen hatte, einen Stürmer zu verpflichten. Sieben von neun Duellen dieser Art hat Celtic zuletzt verloren. Der Meistertitel im Mai, entschieden erst in der 86. Minute gegen Hearts, hat das nicht weggewischt. Er hat es zugedeckt. Heuer haben sie reagiert. Rund dreißig Millionen Pfund, Kasper Høgh als Rekordtransfer aus Bodø, Camilo Durán aus Baku, ein Mittelfeldmann aus Paderborn. Und trotzdem: Arne Engels ist drei Tage vor dem Hinspiel nach West Ham weg, Daizen Maeda schon davor nach Ipswich, und Alex…
SCR Altach – SK Sturm Graz, Rapid Wien – GAK: Massombo verweigert den Bus, Rapid gewinnt 8:0, GAK entlässt Trainer Feldhofer
Gehört308.Runde // ACHTERBAHN DER EMOTIONEN Am Freitag steht ein Bus in Altach, der Motor läuft, und einer steigt nicht ein. Yann Massombo bleibt stehen, während seine Mitspieler warten, während Philipp Netzer fleht, während ein Trainer in Graz schon die Handynummer kennt. Man kann einem Spieler viel verzeihen, aber nicht, dass er die eigene Mannschaft im Bus stehen lässt — und Altach zahlt dafür einen Preis, der sich erst am Samstagabend in Zahlen übersetzt: 1:0 für Sturm, eine bärenstarke erste Halbzeit, die nirgendwohin führt. Wer nicht einsteigt, fliegt eben nicht mit. Am Sonntag steigt ein anderer Bus, der von Rapid, mit acht Gängen nach oben: 8:0 gegen den GAK, höchster Sieg im neuen Allianz Stadion, eine Demontage in zwei Halbzeiten. Und weil in diesem Sport niemand lange im Bus sitzen darf, der die Richtung verliert, sitzt am Montag ein Trainer nicht mehr auf der Bank. Wer nicht mitkommt, fliegt auch. Und dann, ganz am Ende der Fahrt, steigt einer freiwillig aus. Nach 16 Jahren, einem Nasenpflaster, das…
RAPID BAUT AUF FIALA, DIE WSG AUF ZUVERSICHT
GehörtEine Million Euro. So groß ist die Lücke zwischen Traum und Tivoli. Elf zu acht Stimmen hat der Wattener Gemeinderat gebraucht, um festzuhalten, was im Profifußball ohnehin jeder weiß: Dafür will keiner geradestehen. Nicht kalkulierbar, heißt es im Protokoll. Nur wird ein Risiko dadurch nicht kleiner, es wandert bloß weiter — zur WSG, zu den Banken, ins Frühjahr. Anderswo unterschreibt man dieser Tage sehr wohl. Rapid haftet drei Jahre lang für Wolfgang Fiala, für einen Mann also, der in Hütteldorf zuletzt Videos zerlegt hat und nun eine Position bekommt, die es vorher nicht gab. Ried hat für denselben Mann jahrelang gebürgt, als Nachwuchsleiter, als U18-Trainer, als Geschäftsführer Sport, und bekommt dafür Lukas Brandl und die Frage, ob Ausbilden noch ein Geschäftsmodell ist, wenn man auch die eigenen Funktionäre ausbildet. Am Verteilerkreis wechselt bloß die Zuständigkeit: Aramark hat dort bisher die Wurstsemmeln verantwortet und steht ab sofort auf der Trikotbrust. In Frosinone sollen zwei Österreicher…
BIS DASS DIE LIGA EUCH SCHEIDET
GehörtEs war Patrick Schneider, der das Bild geliefert hat: So ein Investoreneinstieg sei wie eine Ehe, man wisse vorher nie ganz genau, worauf man sich einlässt. Nach hundert Minuten zweiter Liga wirkt der Vergleich eher untertrieben. In Innsbruck war es eine Hochzeit mit Trauzeugen. Die Mitglieder haben abgestimmt, die Gesellschaften sind gegründet, die Anteile vergeben — und Hannes Rauch erzählt trotzdem von Augenhöhe. Wer weiß, was dieser Verein hinter sich hat, versteht, warum ihm Liquidität wichtiger ist als eine Anteilstabelle. „We are here to stay", hat man ihm in Los Angeles gesagt. So etwas sagt man auch am Standesamt. Am Bodensee war es eine Blitzhochzeit. Ein FIFA-Berater als Kuppler, tags darauf standen die Vertreter in Bregenz, und seither klingelt bei Patrick Schneider gelegentlich um drei Uhr früh das Telefon, weil in Tokio gerade Nachmittag ist. Ein halber Kader neu, Englisch als Trainingssprache, ein Co-Trainer, der Japanisch spricht. Schneider sagt, für Takashi Okuri heiße es forever. Die halbe…
WEIPER BEISST DOPPELT
Gehört306.Runde // Weiper beißt doppelt Zehn Kameras stehen bei einem Topspiel. Fünf beim Rest. Den mittleren Standard, sieben Stück, hat die Bundesliga heuer gestrichen — das haben wir nachgefragt, nachdem Franz uns geschrieben hat, warum Hartberg gegen Sturm im Fernsehen plötzlich so schmal ausgeschaut hat. Bleibt die Frage, wie man aus dieser Auflösung eine Linie zieht, die auf zwei Millimeter genau sein soll. In Favoriten hat die Austria zweimal gejubelt und zweimal wieder aufgehört: einmal wegen einer Abseitsstellung in der Entstehung, einmal wegen eines Arms. Der LASK hat dafür verwertet, was keine Diskussion braucht — Andrade per Kopf nach Ecke, Usor im Nachschuss vom Elfer. Und marschiert weiter. Überhaupt hat diese Runde jeder Standard entschieden. Pines und Hofleitner köpfeln den GAK zum ersten Sieg, Nelson Weiper trifft nach einer Stunde auf der Bank doppelt, beide Male serviert von Simon Seidl. Von dem Simon Seidl aus Kuchl, dessen Bruder in Hütteldorf spielt und dessen Heimatverein am Freitag 2:2…
SALZBURGER REGENFESTSPIELE I DBLDW-Vorschau
GehörtKuchl heißt auf Österreichisch Küche. Diese Woche wurde in halb Europa daraus gekocht. In Istanbul stand mit Simon Seidl ein Kuchler auf dem Platz, während Anderson Talisca und Mason Greenwood in aller Ruhe ein 2:0 anrichteten — Sturm nimmt zwei Tore Rückstand mit nach Graz und die erste Niederlage nach 17 ungeschlagenen Pflichtspielen. In Tallinn führte sein Bruder Matthias Rapid als Kapitän an und sah achtzig Minuten lang eine Mannschaft, der jede Zutat fehlte, ehe Moulaye Haidara zweimal nachwürzte. In Ploiești drehte die Austria mit einer Startelf, bei der man die Geburtsjahre zweimal lesen muss, das Spiel gegen Beitar Jerusalem. Und in Wals-Siezenheim blieb der Ball zwei Stunden lang in den Lacken kleben, bis Haris Tabaković in der 88. Minute doch noch etwas auf den Teller brachte. Dazu die zweite Runde mit dem Spitzenspiel am Sonntag, in dem Nikolas Veratschnig als Kapitän dorthin zurückkehrt, wo er ausgebildet wurde. Gas or Trash über Christian Früchtl, Chilohem Onuoha, Tino Kusanovic und Souleyman…
AUSTRIA LUSTENAU IST GEKOMMEN, UM ZU BLEIBEN
GehörtLustenau stickt. Seit über hundert Jahren zieht dieser Ort Fäden durch Stoffe, die anderswo getragen werden, und René König hat gelernt, wie das geht: Stickereizeichner, später Puncher — einer, der die Programme schreibt, nach denen die Maschine das Muster legt. 1992 nimmt ihn sein elf Jahre älterer Bruder mit auf den Platz, 1997 gründet er mit zwei Kollegen den ersten Fanclub, irgendwann steht er nicht mehr auf der Nord, sondern sitzt daneben in der Sprecherkabine. Tür offen, Fenster offen — Atmosphäre hört man nicht durch Glas. Was er erzählt, ist ein Muster, das zweimal gerissen ist. 14.000 im Reichshof gegen Bregenz, drei Jahre Bundesliga, Abstieg. Dann eine Karte um tausend Schilling, gezeichnet von Bewohnern der Lebenshilfe, verkauft mit dem Versprechen: In drei Jahren sind wir zurück. Es wurde nichts. Über neunzig Prozent holten ihr Geld trotzdem nie ab. Wer den Faden kennt, weiß, wo er reißt — und bleibt. Zwei Türen weiter sitzt Dieter Alge und schreibt das Programm für den dritten Versuch. Ohne Core…
DIE RÜCKKEHR DER VIERERKETTEN
Gehört306.Runde // Die Rückkehr der Viererketten Eine Saison lang hat die österreichische Bundesliga mit fünf Mann hinten gestanden, Salzburg ausgenommen, und irgendwann sah das aus wie eine sehr höfliche Absprache unter Trainern. Runde eins der Saison 2026/27 räumt damit auf. Auf einmal stehen wieder überall vier nebeneinander. Was ist denn hier los. Man erkennt eine Runde daran, wer hinten eine Linie hat und wer bloß vier Leute nebeneinander stehen hat. Der LASK hat eine. Deshalb kommt der GAK kaum in den Sechzehner, deshalb genügen ein Doppelpack von Samuel Adeniran und ein Schuss von Christoph Lang zum 3:0, deshalb fehlt Saša Kalajdžić weniger, als alle befürchtet hatten. Hartberg hat auch eine, und sie hält gegen 82 Prozent Ballbesitz und 36 Salzburger Torschüsse — bis Karim Konaté in der 89. per Kopf doch noch durchkommt. Die WSG hat eine und dahinter einen Neunzehnjährigen namens Salko Hamzić, der sein Debüt gibt, als wäre er nie irgendwo anders gewesen, und Sturm damit auf ein 1:1 herunterkühlt. In…
Europäische Herzensbrecher I DBLDW-Vorschau
GehörtPeter K. Wagner hat DBLDW-Chefreporter Timon Ramp eingepackt und war mit ihm bei der staubigen Leistung des SK Sturm im schottischen Edinburgh. Während Rapid die Andorra‘sche Pflichtübung zuhause absolvierte, aber zwei Gegentore Fragen aufwerfen, war Fabio Schaupp wiederum live dabei, als die Austria ebenfalls dazubeitrug, dass die europäischen Wochen aus österreichischer Sicht perfekt begonnen haben. (Wir entschuldigen die zeitweise Ton-Rückkoppelung bei der Live-Schaltung von Edinburgh ins heimische Pyramidenschaumstoffstudio.) Neben internationalen Abenteuern gilt es aber nicht nur Gas or Trash mit dem Motto „Bari für Rares – Lukas Grgic-Edition“ zuspielen, sondern natürlich auch noch die Auslosung zur 2. Runde im ÖFB-Cup zu begutachten. Und wäre das nicht schon genug, ist es am Wochenende auch noch soweit – die österreichische Bundesliga kehrt aus der Sommerpause zurück! Und nicht nur Peter Pacult weiß als einer von diesmal sogar zwei zugeschaltenen Alumni-Legenden der Woche – danke dir, Günter und der…
"Möchte ganz Österreich zeigen, was ein Peter Michorl leisten kann" I Bonusrunde
GehörtPeter Michorl ist neu beim GAK. Ausgebildet bei der Austria, zur Legende geworden beimLASK – zuletzt in Griechenland und seit Sommer zurück in Österreich. Mit Florian Jauk, einem weiteren neuen DBLDW-Korrespondent, spricht Michorl über seine Rückkehr nach Österreich, seine LASK-Vergangenheit und was er mit dem GAK vorhat. Der Zeitpunkt könnte kein besserer sein – immerhin trifft Michorl mit den Rotjacken zum Bundesliga-Auftakt am Freitag auswärts auf den schwarz-weißen Doublesieger aus Linz. - 🛒 DBLDW-Onlinehop! - 🌐 https://diebesteligaderwelt.com 📬 info@diebesteligaderwelt.com 📷 Instagram 👥…
BISCHOFSHOFEN SPRINGT, KEINER STÜRZT
Gehört305.Runde // Bischofshofen und Bundesligisten springen eine Runde weiter Ein Klub ohne Spielort schießt sich auswärts durch den Cup — und Peter moderiert das Ganze ohne Laptop aus dem französischen Exil. Passt schon. Es war das Wochenende, an dem der Heimvorteil in Pension ging: Zwölf von vierzehn Samstagsspielen gingen an die Auswärtsteams. Und ausgerechnet Bischofshofen, ein Verein, der noch nicht einmal weiß, wo er kommende Saison spielen darf, warf in Dietach eine zusammengewürfelte Truppe aus zwölf Nationen auf den Platz und gewann den Elferkrimi. Netzwerk schlägt Wurzeln. Auch sonst hatte kaum jemand ein Zuhause. Die Admira, entkernt und im Umbruch, fand sich beim Landesligisten Leithaprodersdorf wieder — und flog. Salzburg startete unter Neo-Trainer Röhl mit sieben Toren und einem Liefering-Keeper zwischen den Stangen, den vor drei Monaten kaum jemand am Zettel hatte. Die Austria ließ Eggestein dreifach treffen, der LASK gewinnt souverän, Rapid erledigte die Pflicht. Kein Bundesligist stolperte — die…
„STAND HEUTE NICHT BUNDESLIGATAUGLICH“ | DBLDW-Bonusrunde mit Timon Ramp
GehörtAnprobe in der Leopoldstadt. Bevor eine Liga losläuft, wird sie vermessen. Timon stand für uns am Rothschildplatz, als sich die Bundesliga zum Media Day sortierte, und hat dreizehn Mal dieselbe Frage gestellt: Welches Trikot ist das schönste — das eigene zählt nicht. Klingt nach Small Talk. Ist ein Maßband. Philipp Semlic legt sich auf Salzburg fest, mit einem Augenzwinkern Richtung gemeinsamen Ausrüster. Ognjen Zaric greift ausgerechnet zum LASK, gegen den Altach das Cupfinale verloren hat — die Farben stimmen halt. Markus Schopp antwortet "schwarz-weiß" und lässt offen, welches der beiden er meint: die eleganteste Nicht-Antwort dieses Vormittags. Und Johannes Hoff Thorup, der Däne in Hütteldorf, mag die klassischen Dressen, hätte auf manchen aber gern ein, zwei Werbeflächen weniger. Willkommen in einer Liga, die jeden Zentimeter Stoff verkaufen muss. Zwischen den Stoffmustern hängen die harten Sätze. Ferdinand Feldhofer sagt über seinen GAK, was andere nur denken: Stand heute nicht bundesligatauglich.…
CUP-SENSATION AUS FLEISCH UND BLUT
GehörtDer Europacup hat diese Woche ausgeschaut wie ein Freitagabend in der Regionalliga. In Jūrmala steht genau eine Tribüne, dahinter der Trainingsplatz, beim Klo Holztüren wie auf einer Skihütte, und am Zaun Kinder, die sich das Ticket sparen. Valentin war als einziger österreichischer Journalist dort und erzählt, wie die Austria auf diesem Sportplatz ihr 2:0 gegen den FK Liepāja holte — über einen Standard, durch Florian Wustinger, dem nach jahrelanger Verletzungsodyssee das erste Pflichtspieltor der Saison gelingt. In Andorra la Vella hat der Kunstrasen mehr Tempo als Rapids Plan. Unser Hörer Alex war auf der Tribüne, hat 350 Grün-Weiße singen gehört und liefert die unbequemste Analyse der Folge: hohe Bälle ohne Abnehmer, und die Torhüterfrage, die nach Niklas Hedl’s Szene beim 1:1 schon wieder auf dem Tisch liegt. Der einzige Ort mit richtigem Stadion war Liebenau. 15.822 sehen ein 4:0 gegen Hearts, das laut Peter K. Wagner eine Nummer zu deutlich ausgefallen ist — inklusive der Beobachtung, über die…
Redet sich der ÖFB die WM schön, Peter Schöttel? | DBLDW-Bonusrunde mit Peter K. Wagner
GehörtEin Monat Vereinigte Staaten, und daheim ist er noch immer nicht. "Es dauert wirklich", sagt Peter Schöttel am Tag nach dem Finale, und man glaubt es ihm sofort. Der ÖFB-Sportdirektor sitzt bei uns, während der Rasen in New Jersey noch warm ist, und beginnt damit, dass er uns korrigiert: Nein, Österreich war nicht das einzige Team, das gegen beide Finalisten gespielt hat. Kap Verde auch. Nur verloren hat es einzig Rot-Weiß-Rot. So geht das dann weiter, ein ganzes Gespräch lang: heimkommen, einordnen, Maß nehmen. Unter die besten 32, das war der Anspruch, das war das Ergebnis. Dazwischen ein Algerien-Spiel, das Schöttel in seinem langen Fußballleben so noch nicht erlebt hat, mit einem Gijón-Gespenst, das die Algerier im Hotel wochenlang mitschleppten, mit Mahrez in der 93. und Kalajdžić in der 96. Dann 0:3 gegen den Weltmeister, dann Tränen in der Kabine von Los Angeles, dann Rekordmann Arnautović weg und ein Kader, in dem sich die Hierarchie neu sortiert. Was von der U17-Generation trägt, was Verletzungen…
ALLES NEU IN RIED | DBLDW-Bonusrunde mit Timon Ramp
GehörtDie Wikinger bauen ihr Schiff neu — und der Erste, der wieder an Bord geht, kennt das Deck schon: Stefan Schwab, sechs Jahre auf hoher See — fünf in Griechenland bei PAOK, eines an der Förde bei Holstein Kiel — legt im Innviertel an, dort, wo laut gegnerischen Trainern das unangenehmste Auswärtsspiel der Saison wartet. Geschäftsführer Wolfgang Fiala erklärt, warum der aktuelle Umbruch kein Zweijahresplan mehr ist wie beim letzten Mal, sondern ein kontrollierterer: Antonio van Wyk ist für den Rekordbetrag von über einer Million Euro nach Südafrika weitergezogen, doch die Werft läuft weiter — mit Jaedin Rhodes kommt bereits der nächste Südafrikaner, mit Samuel Chukwudi der erste Färinger der österreichischen Bundesliga-Geschichte überhaupt. Am Steuer steht ein neuer Kapitän, den in Österreich kaum jemand auf dem Zettel hatte: Mario Despotović, zuletzt Sportdirektor beim Wadi Degla FC in Kairo, davor Stationen bei Hajduk Split und in Kanada. Sein Auftrag: die Ried-Handschrift verfeinern — hoch pressen, jeden…
SALZBURGER KAHLSCHLAG
GehörtIn Bernstein steht ein Felsenmuseum, im Naturbad lauern die Zerkarien, und ein Mann hat dort aus einem Brocken Edelserpentin eine Schildkröte geschnitzt. Ein Sommer, in dem aus Steinen etwas Neues wird — passender könnte das Bild für diese Runde nicht sein. Denn in Salzburg schnitzt Marcus Mann gerade an einer komplett neuen Mannschaft und lässt dabei keinen Stein auf dem anderen: Mads Bidstrup weg, Alexander Schlager ablösefrei nach Bremen, ein neuer Cheftrainer, ein neuer Staff — und nach fünfzehn Jahren sogar der Zeugwart. Zurück bleibt ein Neunzehnjähriger, den sie zur Nummer eins meißeln, und mit Haris Tabaković ein Strafraumbrocken, wie ihn Salzburg jahrelang nicht im Kader hatte. Wir bewerten beide Transfers, und Salzburg-Kenner Christoph liefert dazu die Bruchkanten aus dem Klub. Der GAK dagegen hebt einen Findling aus einem Jahr Vereinslosigkeit: Cican Stanković, 348 Pflichtspiele, sechs Meistertitel — und seit dem Sommer 2025 kein einziges davon. Fabios Urteil fällt härter aus, als es dem Grazer…
"Wir hatten bei der Austria 16 A-Nationalteam-Spieler!" - Andreas Lasnik im dbldw-Sommergespräch
GehörtManche Karrieren enden mit dem letzten Pfiff. Die von Andreas Lasnik hat danach erst richtig angefangen — nur eben auf einem anderen Platz.Der Voitsberger kam als Linksfuß-Spezialist, der Freistöße mit chirurgischer Präzision ins Kreuzeck setzte — einer davon in der 88. Minute am vorletzten Spieltag, der der SV Ried den Wiederaufstieg sicherte. Bei der Austria Wien fand er seinen Zenit: Double-Gewinner 2006, Cup-Held 2007, Europacup gegen Benfica und Ajax, und Mitspieler in einer Mannschaft, die 16 A-Nationalspieler auf einmal im Kader hatte. Eine Dichte, die heute im österreichischen Fußball niemand mehr kennt. Danach folgten Deutschland, die Niederlande — wo ihn die BILD kurzerhand zum "Tivoli-Beckham" ernannte, nachdem er bei der Mailänder Modewoche für Dolce & Gabbana vor der Kamera stand — und schließlich Griechenland, bevor das Kapitel Profifußball 2016 in Kapfenberg leise zu Ende ging.Was danach kam, hat kaum jemand erwartet: kein Trainerschein, kein Sportdirektoren-Posten, sondern die Rückkehr in den…
FÄRINGER UND FEHLENDE QUALITÄT
GehörtMit Samuel Chukwudi holt die SV Ried den ersten Färinger der Bundesliga-Geschichte. Es handelt sich um einen Innenverteidiger mit annäherenden Havenaar-Maßen, der sich in Finnland warmgelaufen hat und jetzt seine erste große Bühne sucht. Anderswo dagegen sucht man vor allem eines – Qualität. Ralf Rangnick bringt es nach dem 0:3 gegen Spanien auf den Punkt, und mit Marco Arnautovics Rücktritt schließt sich das letzte Kapitel einer Generation, für die noch niemand einen Nachfolger gefunden hat. Wir bleiben trotzdem lieber dort, wo die eigentliche Musik spielt: am Transfermarkt der eigenen Liga. Salzburg dreht das größte Rad des Sommers – verkauft Kapitän Mads Bidstrup für 10,5 Millionen nach Lyon und holt sich mit dem 19-jährigen Bartosz Mazurek aus Bialystok gleich den nächsten Königstransfer. Zumindest für kommenden Winter. Der LASK gibt Maximilian Entrup Richtung Braunschweig ab, während Hartberg sich über gar nicht so viele Millionen für einen Torhüter freut. Und weil ihr es so wollt, brüllt Timon weiter.…
HOCH MÜSS MAS EH NET G'WINNEN | dbldw-Vorschau mit Timon Ramp und Nils Kern
GehörtManche Sätze überleben länger als die Mannschaften, die sie hervorgebracht haben. 1999 stand es zur Halbzeit 0:5 in Valencia, und Toni Pfeffer brachte es im ORF-Interview auf den Punkt: "Hoch wer mas nimma gwinnen". Ein Satz, der zum geflügelten Wort wurde, weil er etwas sehr Österreichisches einfängt – Erwartungen so tief ansetzen, dass am Ende nur überrascht werden kann. 27 Jahre später trifft Österreich wieder auf Spanien, diesmal im WM-Sechzehntelfinale in Los Angeles. Die Ausgangslage hat sich kaum verändert: Allein in Madrid gibt es zwei Sporttageszeitungen, zwei weitere in Barcelona, dazu nächtliche Radiosendungen über Fußball – und in alldem kommt Österreich praktisch nicht vor. Real-Total-Chefredakteur Nils Kern bestätigt das in unserer neuen Bonusrunde: Der Name Sabitzer sei in der spanischen Berichterstattung kaum gefallen. Das ist kein Randdetail, das ist die eigentliche Geschichte. Kleine Fußballnationen kämpfen nicht nur gegen individuelle Klasse, sondern gegen ein mediales Ökosystem, das sie…
Kalajdzić ist halt Weltklasse
Gehört38 Grad. Das ist die Zahl, die durch diese Folge zieht wie der Schweiß durch jedes Trainershirt der Liga. Erst meldet sie die WSG aus Innsbruck, dann Rapid aus Hütteldorf, dann noch mal Sturm, dann der WAC — als hätten sich alle zwölf Vereine auf ein gemeinsames Pressestatement geeinigt. Die Bundesliga schwitzt sich durch ihren Testspielsommer, und Fabio und Peter sitzen selbst im Studio in einer Sauna, die sie erst ganz am Ende offiziell für eröffnet erklären. Genau diese Hitze ist es auch, die das ÖFB-Team eine Halbzeit lang lähmt, bevor sie kippt — Richtung Algerien, kurz vor Schluss, in der hitzigsten Phase des ganzen Abends. Konrad Laimer rennt da längst auf seiner gefühlt siebten Position, weil rechts wie links die Außenbahnen einfach durchlässig sind wie ein Tor ohne Verriegelung. Und dann, eine Minute nach seiner Einwechslung, dreht Sasa Kalajdzić die Temperatur noch einmal hoch: Kopfball in den Strafraum von Gregoritsch, Abschluss, Tor. Schon beim Achtelfinale gegen Italien war es sein Name gewesen,…
Gijon liegt nicht in Kansas City, oder?
GehörtAufmerksame DBLDW-Hörer:innen wissen längst: Ein Biscotto ist in Italien nicht nur ein Keks, sondern auch ein Ergebnis, das schon vorher feststeht – weil es beiden Mannschaften hilft. Die berühmteste deutschsprachige Variante davon ist die "Schande von Gijón": Am 25. Juni 1982 reichte Deutschland und Österreich ein 1:0-Sieg der Deutschen, um beide ins Achtelfinale zu bringen – auf Kosten von Algerien, das trotz starkem Auftritt im Turnier die Koffer packen musste. 44 Jahre später treffen Algerien und Österreich im letzten Gruppenspiel der WM 2026 in Kansas City wieder aufeinander. Droht hier eine Wiederholung der Geschichte – nur mit getauschten Vorzeichen? Um das einzuordnen, haben wir uns mit Dean Ammi gesprochen, der mit seinem Channel "Algerian Footy" die beste englischsprachige Anlaufstelle für algerischen und afrikanischen Fußball ist. Wir reden über Algeriens Stärken und Schwächen im Turnier, den Vergleich zwischen Algerien und Österreich nach dem jeweiligen Spiel gegen Jordanien und natürlich: die…
MESSI NIMMT, ALGERIEN SOLL GEBEN
Gehört301.Runde // Messi nimmt, Algerien soll geben Phil Collins hat 1984 einen Song darüber geschrieben, wie es sich anfühlt, gegen alle Widerstände zu kämpfen und am Ende trotzdem mit leeren Händen da zu stehen. Ralf Rangnick hat in der Pressekonferenz genau dieses Wort verwendet, against all odds, und für eine Halbzeit hat man wirklich geglaubt, dass diese Mannschaft die Geschichte umschreibt. Kompakter als 2016 gegen Portugal, giftiger in den Zweikämpfen, mutiger im Pressing — und dann betritt der eine Mann die Bühne, für den die Widerstände einfach nicht zu gelten scheinen. Messi nimmt sich, was er will, mit 38 wie mit 20, WM-Treffer Nummer 17 und 18, alleiniger Rekordhalter vor Klose und Ronaldo. Österreich bleibt mit 0:2 zurück und der Erkenntnis, dass against all odds nur die halbe Gleichung ist: die andere Hälfte heißt, am Ende trotzdem zu liefern. Genau diese Hälfte schuldet jetzt Algerien der eigenen Geschichte, denn die Wüstenfüchse sind offensiv brandgefährlich, aber in der Rückwärtsbewegung anfällig…
Was erwartet Österreich im Duell mit Weltmeister Argentinien? I WM 2026
GehörtArgentinien hat das Auftaktspiel gegen Algerien mit 3:0 gewonnen — und Lionel Messi hat drei Tore erzielt. Aber wie gut ist diese Mannschaft wirklich? Und was erwartet Österreich am Montag gegen den Weltmeister? Wir haben mit Johannes Skiba gesprochen, Journalist und Host des südamerikanischen Fußball-Podcasts Gol Olímpico, der zuletzt mehrere Monate in Argentinien war und die Nationalmannschaft intensiv beobachtet. Im Gespräch mit Peter K. Wagner erklärt er, warum Argentinien gerade eine der größten Ären seiner Fußballgeschichte erlebt, was Trainer Lionel Scaloni so besonders macht, welche Rolle Díaz Martínez, Julian Álvarez und Enzo Fernández neben Messi spielen — und warum dennoch ein Remis gegen Österreich für ihn durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Außerdem: Warum argentinische Fans vor allem sich selbst feiern, welches südamerikanischen Teams bei dieser WM für Überraschungen sorgen könnten — und warum es Kolumbien ist. 🎙️ Zu Gast: Johannes Skiba vom Podcast Gol Olímpico - 🌐…